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Rechte bedrohten getöteten Behördenchef

Hamburg. Der getötete Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) ist in den vergangenen Jahren wiederholt auch von rechten Gruppierungen bedroht worden. Dies habe der stellvertretende Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber auf Nachfrage des Hessischen Rundfunks bestätigt, wie auf www.tagesschau.de am Dienstag berichtet wurde. Demnach hatte Lübcke 2015 vorrübergehend wegen Morddrohungen unter Personenschutz gestanden. Dem sei eine Informationsveranstaltung über eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete vorausgegangen. Lübcke habe sich damals durch Anhänger einer Kasseler »Pegida«-Sektion provoziert gesehen und entgegnete ihnen, sie könnten die BRD verlassen, sollten sie beispielsweise »mit christlichen Werten nichts anfangen« können.

Im selben Jahr sei auf der rassistischen Internetseite »PI-News« Lübckes Adresse veröffentlicht worden. Laut Bericht dokumentierte der Journalist Robert Andreasch vom Bayerischen Rundfunk im Kurznachrichtendienst Twitter, wie Kommentatoren zudem dazu aufriefen, beim CDU-Politiker »vorbeizuschauen«. Auch nach seinem Tod wird laut ARD das Opfer von Rechten im Internet verhöhnt. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.06.2019, Seite 15, Antifaschismus

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