Schwarzer Kanal
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Aus: Ausgabe vom 03.06.2019, Seite 15 / Politisches Buch

Neu erschienen

Position

Ein junger Genosse berichtet im Magazin der SDAJ über seine Ausbildung zum Verkäufer beim Elektronikhändler Media-Markt. Die Vorgesetzten drängten unausgesetzt darauf, den Kunden die für das Unternehmen lukrativen Garantieverlängerungen für gekaufte Geräte aufzuschwatzen. Jede Woche werde eine Liste ausgehängt, aus der hervorgehe, »wer wie viele Garantien verkauft hat«. Inzwischen gehe es so weit, dass »unser Chef damit droht, die letzten vier bis fünf Namen auf dieser Liste zu kündigen«. Auch die Azubis müssen ran: Ob das nächste Lehrjahr bei Media-Markt absolviert werden kann, werde auch von diesen Zahlen abhängig gemacht. Unterdessen werde der Personalmangel »durch unbezahlte Langzeitpraktikanten ausgeglichen«. Schwerpunkt des Heftes ist der Sport – es geht um Kommerzialisierung, Individualisierung und linke Fankultur. (jW)

Position. Magazin der SDAJ, Heft 2/2019, 43 Seiten, 1,70 Euro, Bezug: Verein Position e. V., Hoffnungstr. 18, 45127 Essen, E-Mail: position@sdaj-netz.de

Welttrends

Wolfgang Richter fordert nach der Aufkündigung des INF-Vertrages eine Politik, die »sich auch dann nachdrücklich gegen die Aufstellung neuer INF-Systeme in Europa positioniert, wenn der INF-Vertrag außer Kraft tritt«. Russland müsse signalisiert werden, dass keine landgestützten Mittelstreckenraketen in Europa stationiert würden, »solange Russland nicht damit beginnt«. Russland, schreibt Dmitri Stefanowitsch, habe bereits angeboten, sich hinsichtlich der Stationierung von INF-Systemen »in jeglichen Weltregionen« zurückzuhalten, »solange dort nicht ähnliche US-Systeme erscheinen«. Allerdings könne das schwierig werden, da die USA behaupten, dass das bereits stationierte neue Raketensystem »9 M 729« einen Vertragsbruch darstelle. Stefanowitsch findet es »bemerkenswert«, dass die USA ihre Anschuldigung, Russland habe den INF-Vertrag mit der Einführung dieses neuen Raketensystems verletzt, nicht öffentlich belegen. Ralf Havertz schreibt, dass nach dem Ende des INF-Vertrages auch in Ostasien das Gleichgewicht bedroht sei. Japan übernehme hier eine zunehmend wichtigere Funktion »in den strategischen Kalkulationen der USA«. Es rüste im Bereich konventioneller Angriffswaffen bzw. bei der Raketenabwehr auf und ergänze damit die Kapazitäten der USA. Die Installation des Systems »Aegis Ashore« öffne zudem eine Hintertür »für Atomwaffen auf dem japanischen Festland«. (jW)

Welttrends. Das außenpolitische Journal, Nr. 151/Mai 2019, 72 Seiten, 4,80 Euro, Bezug: Welttrends, Medienhaus Babelsberg, August-Bebel-Str. 26–52, 14482 Potsdam, E-Mail: bestellung@­welttrends.de

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