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Aus: Ausgabe vom 27.05.2019, Seite 2 / Ausland
USA gegen Dialog

Neuer Anlauf in Oslo

Venezuelas Regierung und Opposition zu Verhandlungen in Norwegen
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Informationsminister Jorge Rodríguez leitet die venezolanische Regierungsdelegation bei den Gesprächen in Oslo

Vertreter von Regierung und Opposition Venezuelas kommen in dieser Woche erneut in Oslo zusammen, um über eine Lösung der innenpolitischen Krise in dem südamerikanischen Land zu beraten. Das bestätigte das norwegische Außenministerium am Sonnabend per Pressemitteilung. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro teilte am Sonnabend mit, dass die Delegation seiner Regierung erneut aus Informationsminister Jorge Rodríguez und dem Gouverneur des Bundesstaates Miranda, Héctor Rodríguez, bestehen soll. Beide hatten bereits an der ersten Gesprächsrunde teilgenommen, die vom 14. bis 16. Mai in Oslo stattgefunden hatte. Verstärkt wird die Abordnung diesmal durch Außenminister Jorge Arreaza.

Für die Opposition sollen Medienberichten zufolge Parlamentsvizepräsident Stalin González, der frühere Bürgermeister von Baruta, Gerardo Blyde, sowie der ehemalige Transportminister Fernando Martínez Móttola in Oslo dabei sein.

Die Teilnahme von Oppositionsvertretern an den Gesprächen macht deutlich, dass sich die Regierungsgegner über ihr weiteres Vorgehen uneins sind. »Wir geben uns nicht für einen falschen Dialog her«, verkündete der selbsternannte »Übergangspräsident« Juan Guaidó am Sonnabend bei einer Kundgebung in Carora, an der nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP »Hunderte« Menschen teilnahmen. Die USA ihrerseits haben deutlich gemacht, dass sie kein Interesse an Verhandlungen haben. »Freie Wahlen können nicht von einem Tyrannen überwacht werden«, erklärte das US-Außenministerium in Washington am Samstag abend (Ortszeit). In Oslo könne mit Maduro deshalb einzig und allein »über die Bedingungen seines Abgangs« verhandelt werden. »Wir hoffen, dass sich die Gespräche in Oslo darauf konzentrieren, dass dann auch Fortschritte möglich sind.«

Unterdessen sind bei einer Revolte in Arrestzellen einer Polizeiwache in Portuguesa am Freitag mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Der Sicherheitssekretär des Bundesstaates, Oscar Ángel Valero, sprach von einem versuchten Massenausbruch der Insassen. Die Gefangenen seien mit Granaten und Schusswaffen ausgerüstet gewesen. 19 Beamte seien verletzt worden. (AVN/AFP/dpa/jW)

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