Gegründet 1947 Montag, 17. Juni 2019, Nr. 137
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 21.05.2019, Seite 1 / Ausland
USA Iran

Trump droht Iran mit Vernichtung

Raketenangriff in Bagdad. US-Präsident macht Teheran verantwortlich
USA_ziehen_Teil_ihre_61310860.jpg
Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad, in deren Nähe am Sonntag eine Rakete einschlug.

Nach einem Raketenangriff auf das Regierungs- und Diplomatenviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad hat US-Präsident Donald Trump Teheran mit Vernichtung gedroht. »Wenn der Iran kämpfen will, dann wird das das offizielle Ende des Iran. Drohe nie wieder den Vereinigten Staaten«, schrieb das Staatsoberhaupt am Sonntag (Ortszeit) auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag berichtete, erklärte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ebenso über Twitter, Trumps »genozidale Verhöhnungen« und der »Wirtschaftsterrorismus« der USA würden nicht zum Ende des Iran führen.

Wenige Stunden zuvor war in der stark gesicherten sogenannten »grünen Zone« Bagdads, in der sich neben den Regierungsgebäuden auch die US-Botschaft befindet, eine Rakete eingeschlagen. Opfer gab es keine. Wer die Rakete abgeschossen hat, steht nicht fest. Erst vergangene Woche hatten die USA den Abzug eines Großteils der eigenen Diplomaten aus dem Irak angekündigt, was mit einer nicht näher definierten Bedrohungslage begründet wurde. Schon zuvor hatte US-Präsident Trump einen Flugzeugträger, Langstreckenbomber und Flugabwehrraketen in die Region verlegen lassen.

Währenddessen riefen irakische Politiker sowohl die USA als auch den Iran zur Zurückhaltung auf. Wie die Deutsche Presseagentur berichtete, erklärte der Kleriker Muktada Al-Sadr über den Internetdienst »Telegram«, es gehe darum, den Irak nicht zu einem möglichen Schauplatz eines »mörderischen Kriegs« werden zu lassen. Aus Angst vor einer weiteren Verschärfung der Spannungen in der Region hatte der US-amerikanische Energiekonzern Exxon Mobil am Sonntag damit begonnen, 50 seiner Mitarbeiter aus dem Irak abzuziehen. Wegen befürchteter Produktions- und Lieferengpässe steigt zudem der Ölpreis, der sich auf dem höchsten Stand seit drei Wochen befindet. (AFP/dpa/Reuters/jW)

Mehr aus: Ausland