Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
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Aus: Ausgabe vom 18.05.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Danke, Wiglaf

Kultur-Aktualität | Do., 17.20, SRF 2
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Ein Liebender: Wiglaf Droste (1961–2019)

Was der Verlust von Wiglaf Droste für uns bedeutet, lässt sich noch nicht ermessen. Zwischen Zeitung-Machen, Nachruf-Schreiben, Irgendwie-den-Kopf-oben-Halten gelingt es kaum, die Nachricht sacken zu lassen, dass einer unserer Besten nie mehr gegen diese »lausigen Zeiten« (Droste) anschimpfen, anschreien, anschreiben wird. Da tut es gut, eine vertraute Stimme erklären zu hören, was wir an ihm hatten: »Er ging mit unerbittlichem Hass gegen die Geistferne und den Phrasensumpf vor, und suchte auf der anderen Seite das Schöne im Leben.« Allein für diese vier Minuten mit Jürgen Roth muss man dankbar sein, dass die Schweizer ihren Faschisten nicht erlaubt haben, den SRF zu planieren. Und so sagt uns Jürgen, was wir alle wissen, aber auch auf 10.000 Zeichen nicht zu sagen vermögen: Es bleibt »die Erinnerung an einen unerbittlichen Aufklärer, der sich mit dem kohärenten Schwachsinn unserer Zeit nicht hat abfinden können und dagegen die Stimme erhoben hat. An einen, der die Liebe zur Sprache und die Liebe zum Leben ernstgenommen hat.« Danke, Wiglaf. Für alles. (pm)

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