Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. Mai 2019, Nr. 120
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Aus: Ausgabe vom 11.05.2019, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Linke Biographie in Westberlin

»Die Realität hat mich zur Feministin gemacht«

Gespräch mit Annette C. Eckert. Über ihren unbekannten Vater, die Entwicklung als radikale Linke und Journalismus mit Humor
Interview: Matthias Reichelt
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Annette C. Eckert von der »Paris Bar« in der Westberliner Kantstraße

Frau Eckert, Sie sind im Februar 1946 in Berlin geboren. Sie wurden demnach also im Mai 1945 gezeugt?

Ja, in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 in Berlin. Meine Mutter lebte ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben. Ihr Vater war Diplomat und kannte unter anderem Alexandra Kollontai, Botschafterin der Sowjetunion in Schweden und Norwegen. Meine Mutter und ihre Geschwister besuchten die Montessori-Schule in Oslo. Sie hat meinem Bruder und mir beigebracht, wie man sich klug und aufrichtig verhält. Russische Literatur, Kunst und Malerei wurden mir vermittelt – aber ich erfuhr nie, warum.

Was für einen Beruf übte Ihre Mutter aus?

Sie war Bibliothekarin in der Charité in Berlin und immatrikulierte sich für Medizin. Sie nutzte den Luftschutzdienst für ihr Studium und bestand das Notexamen. Der einzige mir bekannte Nazi aus der Familie denunzierte sie, so dass ihre Prüfung nicht anerkannt wurde.

Weshalb wurde sie angezeigt?

Das weiß ich nicht. 1958 wiederholte sie das Staatsexamen und arbeitete bis zu ihrem Tod 1971 als Ärztin in einer Berliner Klinik. In den letzten Tagen vor ihrem Tod habe ich sie wieder und wieder gefragt, ob sie mir noch etwas erzählen kann, was nur sie wusste. Doch sie schwieg.

Ich bin den Weg der Krankheit gegangen und wollte endlich meine Allergien loswerden. Eine enge Freundin meiner Mutter verriet mir später folgende Geschichte: Der Späher, ein 17jähriger sowjetischer Jüngling, war ihre schönste menschliche Begegnung – auch in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945. Erst nach Maueröffnung konnte ich meine Suche nach ihm, meinem Vater, intensivieren. Penelope Wehrli, eine Schweizer Künstlerin, produzierte dafür einen Videoclip, der auf dem 1. Feministischen Filmfestival in Minsk uraufgeführt wurde. Dann strahlte das russische TV am 8. Mai 1996 einen ausführlicheren Beitrag zu meiner Vatersuche direkt vor der jährlichen Feier zum Sieg über Nazideutschland im »Großen Vaterländischen Krieg« weltweit über Satellit aus. Am selben Abend fand im Westberliner Kino Arsenal in Anwesenheit der Schriftstellerin und Filmregisseurin Swetlana Alexijewitsch ein Filmabend statt, bei dem mein »Vatersuchclip« und »Der Krieg hat kein weibliches Gesicht« gezeigt wurden.

Letztlich haben Sie ihn nicht gefunden. Wie verlief die Suche?

Mein Faxgerät hatte ich mit einer neuen Rolle Papier ausgestattet, nachts lagen sechs Meter leeres Papier auf dem Boden. Ich hatte das Thermopapier verkehrt herum eingelegt. Zuvor erhaltene Briefe und Informationen hatten zu nichts geführt. Ich war auch vorsichtig bei meiner Recherche nach der Maueröffnung, weil viele Menschen aus der Sowjetunion gerne Kontakt zu Menschen aus dem Westen haben wollten. Mein Humor reicht nicht für eine Schlange von Männern, die alle behaupteten, sie seien meine Väter. Die Menschen um mich herum fragten: Was versprichst du dir davon? Ich wusste, dass, wie die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff mal in einem Text ausführte, mir meine männliche Hälfte fehlt. Intuitiv habe ich meinen biologischen Vater vermisst. Ich hoffte, mit meiner für mich recherchierten Familiengeschichte geerdeter und gesünder zu werden.

Auf Vorschlag meiner Mutter hatten wir noch vor dem Bau der Mauer das Ballett »Gayaneh« von Aram Chatschaturjan in der Staatsoper der Hauptstadt der DDR besucht. In den 1960er Jahren sahen wir außerdem im Capitol im Westberliner Dahlem den Film »Iwans Kindheit« von Andrej Tarkowski, der von einem Späher handelt. Im Rückblick und lange nach dem Tod meiner Mutter begriff ich, was sie mir damit mitteilen wollte: Späher riskierten unter größter Lebensgefahr ihr sehr junges Leben und erhielten vor jeder Mission ein Stück Zucker mit Brom.

Viele sowjetische Soldaten, die westlichen Boden betreten hatten, wurden bei ihrer Rückkehr in den Gulag verbannt. Das betraf auch Späher, die als Vorhut »Feindkontakt« hatten. Als ich die Organisation »Memorial« in Moskau besuchte, wies eine Mitarbeiterin auf gestapelte Suchanfragen hin. Ich begriff, dass ich mich kaum unterschied von den Angehörigen der Gulag-Verbannten. So entstand die Idee für eine Performance am 6. Juli 1993 in Minsk, wo ich mich mit einem A0-Foto von meiner Mutter und meinem Bruder an den Rand der »Parade der Späher« stellte.

Woher wussten Sie, dass Sie nach Minsk mussten?

Helke Sander hatte für ihren Film »Befreier und Befreite« von 1991/92, in dem ich etwas von meiner Biographie erzählte, in Minsk recherchiert und vermittelte Kontakte.

Interessanterweise bedient der Sander-Film das Bild von den Befreiern als Rächer und Vergewaltiger.

Es gab ja mehr als 30.000 registrierte Vergewaltigungen in Deutschland! Ich bin weinend aus der Premiere gerannt. Ich habe mich nie einsamer gefühlt. Eine Feministin kommentierte: »Na, du Russki«. Helke meinte, ich solle mich zu dem Spezialisten für Vergewaltigung setzen. Eine andere fragte mich entrüstet, wie ich dazu käme, zu erzählen, dass es mir lieber sei, einen Russen statt eines Amerikaners zum Vater zu haben! Ich kam gar nicht dazu, auszuführen, dass das für mich die Welt der Künstler wie Léon Bakst, Vaslav Nijinsky, Vater und Sohn Pasternak sowie Alexandra Kollontai, Achmatowa, und Marina Zwetajewa ist. Ich lese sie und bin vom Gefühl her sofort zu Hause. Ich nenne das »Zellenwissen«, so wie die Intuition, die mich den meinen und keinen anderen Weg einschlagen ließ.

Meinen Sie, dass Ihre Herkunftsgeschichte Sie besonders resistent gegenüber Antikommunismus gemacht und den Boden für Ihre linke Biographie bereitet hat?

Meine Schwierigkeiten in der Schule habe ich mir auf diese Weise nachträglich erklären können. Nur zwei Geschichten dazu: 1953, mit sieben Jahren, hatte ich zwei beste Freundinnen, Coco Behàr und Yvonne von Möllendorf. Wir besuchten die Lans-Schule. Eines Morgens beschimpfte ein Lehrer mit Schmiss am Kinn im Unterricht meine Freundin Coco als »dreckige Jüdin«. Wir ahnten nur: Hier stimmt was nicht! Yvonne und ich standen mitten im Unterricht auf und rannten an der Sekretärin vorbei zum Direktor. Wir hatten keine Ahnung, was dieser Satz 1953 in Dahlem bedeutete; dort, wo die St.-Annen-Kirche steht, wo der Pfarrer Martin Niemöller gepredigt hatte, Pfarrer Walter Dreß, verheiratet mit einer Schwester von Dietrich Bonhoeffer, amtierte und später der marxistische Theologe Helmut Gollwitzer wirkte. Zu Hause wurden wir für unser Verhalten gelobt, in der Schule bekamen wir eine Akte.

War Ihre Mutter antifaschistisch geprägt?

Ich würde heute sagen, sie hatte ein anderes Bewusstsein, das sie uns vermittelte. Nach dem Mord an Benno Ohnesorg kündigte sie sofort das Abo der Welt. Von den RAF-Leuten hat sie gesagt: »40 Jahre zuvor wären sie Widerstandskämpfer genannt worden.«

Meine Schulzeit war der Horror. Nicht die Noten waren das Problem, sondern mein Aufbegehren. Der Englischlehrer aus den USA, von dem meine Mutter behauptete, er sei CIA-Mann, empfahl eine psychiatrische Untersuchung. Eine Lehrerin wollte sich lieber die Zunge abbeißen, als mir das Abitur zu geben. In der Lehrerkonferenz wurde meine Nichtversetzung beschlossen. In der Abendschule konnten wir im Fach Gemeinschaftskunde Themen wählen wie Spanischer Bürgerkrieg, Matrosenaufstand in Kronstadt und anderes. Mein Interesse galt den Sozialrevolutionären. In der Abendschule waren auch »stramme« MLer. Nach meinem Referat zum Spanischen Bürgerkrieg forderte ich sie auf, ihre Versionen darzustellen.

Die Kämpfe um die richtige Lehre waren oft wichtiger als der Kampf gegen staatliche Repression. Die alten Fraktionen haben sich ja längst aufgelöst. Ich war in der SEW (Sozialistische Einheitspartei Westberlins, jW), aber heute bin ich auch mit ehemaligen Maoisten oder Spontis befreundet und kann über viele Auseinandersetzungen lachen.

Da bin ich anderer Meinung. Die Gründung der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst 1969 wurde auch von SEW-Leuten veranlasst, und feministische Projekte hatten es dort enorm schwer. Ich erinnere noch an den Vietnam-Kongress in der TU. Den Rededuktus und die Stimme von Rudi Dutschke fand ich unangenehm. Mein damaliger Freund Wolfgang Dreßen führte zu der Zeit einen Prozess, um sein Kind alleine aufziehen zu dürfen. Der von Sophie Behr mitgegründete Landesverband des »Vereins alleinerziehender Mütter und Väter« existierte noch nicht. Wolfgang nahm mich mit zur Zeitung Agit 883 ins Vereinshaus in Kreuzberg. Die Zeitung war nach den ersten drei Ziffern der Wilmersdorfer Telefonnummern benannt – dem Bezirk, in der sie gegründet worden war. Als Kunststudentin konnte ich sagen, was ich wollte, nur wenige nahmen mich als handelndes und denkendes Wesen wahr. Für mich galt die Erfahrung der Schulzeit: Nur wer tat, was sie/er sagte, der/dem konnte ich mein Vertrauen schenken.

Welche Einflüsse waren für Ihre feministische Orientierung wichtig?

Kate Milletts »Sexus und Herrschaft« bekam ich 1971 zu Weihnachten geschenkt. Ihre Arbeiten verbanden Körperliches in ihren bildhauerischen Werken und Geistig-Intellektuelles, indem sie ihren eigenen Kosmos schaffte. Das war mein Rettungsanker im Kunststudium an der HDK Berlin. Ein Assistent während der Grundausbildung bei Prof. Ulrich Knispel, meinte zu mir: »Du musst so durchgefickt werden, dass Du nicht bis zur Tür kommst.«

Ich war gewählte Studentenvertreterin. Wir setzten »Freie Klassen« durch, und alle, die zehn Semester studiert hatten, bekamen die Hochschulreife anerkannt – gleichgültig, mit welchem Schulabschluss sie das Studium begonnen hatten. Ich verdiente in Mike S. Cullens Galerie ein wenig zum Stipendium hinzu. Dieter Rot malte in Cullens Galerie in der Carmerstraße die Telefonbuchseiten weiß, um sie anschließend zu illustrieren. Er prüfte die Elastizität meiner Ellbogenhaut und meinte: »zu alt«. Dabei war ich gerade 23. So könnte ich ewig fortfahren. Die Realität hat mich zur Feministin gemacht. Ich bin dann in die Klasse von Heinz Trökes gegangen. Ein kleinwüchsiger Kommilitone arbeitete an einer riesigen Plastikmöse – zweimal so groß wie er selber. Er stand auf der Leiter und schlug beidseitig Nägel ein, um die Plastikmöse mit Seilen zu verschnüren! Dank Kate Milletts Buch konnte ich darüber lachen.

1970/71 entstand die erste Frauengruppe, die »Emmas« mit Evelyn Kuwertz, Brigitte Mauch und Antonia Wernery. Ich habe ihnen »Mütter und Amazonen« von Sir Galahad, Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin Bertha Diener, geliehen. Das war bis dahin die einzige publizierte weibliche Kulturgeschichte. Der Raubdruck erfreute sich großen Zuspruchs. Ich gehörte zur Ästhetenfraktion der Linken, der autonomen Frauenbewegung und war ab 1975 zusammen mit den Journalistinnen Sibylle Plogstedt und Sabine Zurmühl bei der feministischen Zeitschrift Courage. Im ersten Heft erschien ein Artikel zum Tod von Ulrike Meinhof. Der RAF hatte ich mich allerdings nie nahe gefühlt. Allmählich entstand ein vielfältiges feministisches Netzwerk. »Lilith«, einer der ersten Frauenbuchläden Westberlins, war anfangs in der Kantstraße. Männern war der Zutritt verboten, aber es gab dort keinen Giftschrank wie bei »Labrys«, einem weiteren Buchladen. Wir haben tabulos alles gelesen. Courage und Emma waren von Beginn an Gegensätze. Während Alice Schwarzer ausschließlich Journalistinnen beschäftigte, schrieben in Courage Frauen mit anderen Berufen zu Themen, die heute noch aktuell sind.

Wo haben Sie mit dem Schreiben begonnen?

Bei Bambule, dem Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten, kurz ID, und der Taz. Bei Bambule ging der Ärger weiter, der ist mir bis heute treu geblieben: zu direkt, zu genau auf den Punkt, was ich schrieb oder als Illustration auswählte. Günter Brus gab mir eine Zeichnung für die Titelseite der Bambule zum ersten Hungerstreik der RAF, die den physischen Schmerz sichtbar machte. Das wurde kollektiv abgelehnt: »Was soll das denn aussagen? Das ist doch nicht politisch«, hieß es. Statt dessen zeigten sie die äußere Fassade des Hochsicherheitstraktes.

In der linken Publizistik war weibliche und selbstbewusste Erotik tabu. Kate Millett veröffentlichte die ersten erotischen Fotoarbeiten, die in der feministischen »Galerie Andere Zeichen« gezeigt wurden.

Mitglied einer Partei waren Sie nie?

Nein. Ich habe auch nie geheiratet und verlobte mich nur ein Mal pro forma, um eine Wohnung mieten zu können. Damals bekam eine allein lebende junge Frau keine Wohnung in Westberlin und der BRD.

Wie kamen Sie zur Taz?

Nach ID und Courage folgte meine Arbeit bei der Taz. Otto Schily hatte im Zusammenhang mit dem Tod von Katharina Hammerschmidt das Wort »Mord« benutzt. In dem daraufhin anberaumten Prozess, 1976, verteidigte Hans-Christian Ströbele seinen Kollegen. Rudi Dutschke und ich waren die einzigen Besucher. In der Prozesspause kam Hans-Christian zu mir mit dem Plan, eine Zeitung zu gründen, und bat mich wegen meiner langen Erfahrungen beim ID um Mitarbeit. Max Thomas Mehr, Hans-Christian Ströbele und ich sprachen mit Genossinnen und Genossen wie Sigrid Fronius, Ingrid Schmidt-Harzbach, Sibylle Plogstedt, die wir hinzubaten. Karl-Heinz Roth hatte große Bedenken gegen die Taz, was sich heute bewahrheitet.

Das Jahr 1977 verbrachte ich unter anderem in der Türkei. Im Mai 1978 kam ich zurück. Der Tu-nix-Kongress vom Januar 1978 gilt bis heute als Gründungsimpuls für linksalternative Projekte in Westdeutschland und Westberlin, aber es hatte bereits einigen Vorlauf gegeben. Zurück aus der Türkei verfolgte ich den 2.-Juni-Prozess. Fritz Teufel musste aufgrund seines »A-libi/ B-libi« aus der Haft entlassen werden. Er wollte »Säzzer« in der Taz werden und bat mich mitzukommen. So schrieb ich ein Konzept für den Kulturteil, ließ mich basisdemokratisch wählen. Die Kultur sollte gerade mal wieder abgeschafft werden, mein Vorgänger war geschasst worden. Diese Art der Realitätserfahrung radikalisiert!

Wie verlief die Arbeit?

Die erste Frauennummer zu Weihnachten produzierten wir mit großem Spaß. Humor ist wichtig in diesen Zusammenhängen. Zum Beispiel, wenn man eine ganze Ausgabe konzipiert und vergnügt gemeinsam produziert, mit großer Zustimmung der Leserinnen. Es wurde noch mit Klebeumbruch und Filmen gearbeitet, die an die Druckerei geliefert werden mussten. Während des ersten Frauenstreiks schlug mich Klaus-Dieter Tangermann als Chefredakteurin vor. Ich nahm aber nicht gleich an und wollte mich rückversichern, ob meine Kolleginnen damit einverstanden wären. Das war ein ernüchterndes Erlebnis der Frauensolidarität. Tangermann hatte eine Vision, welche Funktion diese Zeitung hätte haben können. Wir sind aber gescheitert.

Die Linke und die Kultur, und dann auch noch autonom und feministisch, das war ein Kampfplatz und ist es bis heute. Ich hatte versucht, in der Taz die erste feministisch-linke Kulturredaktion durchzusetzen, was weder beim 25. noch beim 40. Jubiläum Erwähnung fand. Aus der Zeit meiner Verantwortlichkeit wird in der offiziellen Taz-Geschichte nur an die Abbildung eines »Mösenkissens« einer Künstlerin erinnert. Soviel zur Geschichtsschreibung. Heute unterrichte ich »Alexander-Technik«, habe die eigene Mitte gefunden und freue mich beim Unterricht meiner Klientinnen und Klienten, positive Entwicklungen zu erleben.

Sehen Sie eine Parallele zwischen der Geschichte der Grünen und der Taz?

Ja!

Vielleicht muss man hier den Begriff der Haltung einführen. Damals hatte die Taz eine politische Haltung, die jetzt nur noch wenige dort haben. Ich meine eine herrschaftskritische Haltung.

Und die Generation nach uns wollte ja gleich ein FAZ-Feuilleton haben.

Hermann L. Gremliza von der Konkret hat die Taz schon früh als Kinder-FAZ bezeichnet.

Ja, genau, das trifft es. Da sollte die Reise hingehen. Aber nicht mit mir!

Annette Cornelia Eckert, 1946 in Berlin geboren, studierte Malerei unter anderem bei Heinz Trökes und Hermann Bachmann an der Hochschule der Künste Berlin sowie Ethnologie und Religionswissenschaften an der FU. Schon in den 1970er Jahren war sie linkspolitisch aktiv. Sie kritisierte die patriarchalen Verhältnisse innerhalb der Linken und entwickelte sich zu einer radikalen Feministin. Sie arbeitete als Journalistin unter anderem für Agit 883, war Mitbegründerin des Informations-Dienstes zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten (ID), der Courage und der Taz sowie des Ethnofilmfestivals an den Staatlichen Museen zu Berlin. Außerdem organisierte sie diverse feministische Ausstellungen in der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst und arbeitete 30 Jahre lang in der AG Frauen der Stiftung "Umverteilen", mit derer Hilfe weltweit Frauenprojekte gefördert werden. Besonders am Herzen lag ihr die Entwicklung eines feministischen Netzwerkes in Belarus. Annette C. Eckert lebt als Künstlerin in Berlin und unterrichtet »Alexander-Technik«.

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