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Aus: Ausgabe vom 25.04.2019, Seite 8 / Abgeschrieben

Zunahme rassistischer Gewalt in NRW

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Einem Medienbericht zufolge, der sich auf Beratungsstellen für Betroffene rechtsextremer Gewalt beruft, ist die Zahl rassistisch motivierter Gewalttaten in Nordrhein-Westfalen 2018 erneut sprunghaft angestiegen. So werde statistisch betrachtet alle 38 Stunden ein Mensch angegriffen, verletzt oder massiv bedroht. Den Großteil der Taten (92 Prozent) machen dabei Körperverletzungen aus. Dazu erklärte Fotis Matenzoglou, europapolitischer Sprecher der Partei Die Linke in NRW:

Wir dürfen diese Entwicklung nicht einfach hinnehmen. Die Behörden und das Land NRW sind auf dem rechten Auge häufig blind. Während Umweltschützer im Hambacher Forst von der Polizei massiv drangsaliert werden, nimmt menschenfeindliche Gewalt jedes Jahr zu. Die Linke fordert deutliches Einschreiten gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit und erklärt sich solidarisch mit den Betroffenen. Hierbei ist die gesamte Gesellschaft gefragt.

»Über die Statistik hinaus muss außerdem berücksichtigt werden, dass viele Taten nicht zur Anzeige gebracht werden. Bedrohungen, Foto-Outings oder mündliche Beleidigungen werden statistisch kaum erfasst«, ergänzt Iris Bernert-Leushacke, im Landesvorstand der Linken NRW verantwortlich für das Themenfeld Antifaschismus. Und weiter: »Der erneute Anstieg rechter Gewaltdelikte zeigt, wie notwendig antifaschistische Aufklärungsarbeit und Opferunterstützung durch Initiativen und Organisationen ist und bleibt.«

In einem Grußschreiben der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) an ihren portugiesischen Mitgliedsverband URAP unterstrich die FIR die Bedeutung der »Nelkenrevolution« vom 25. April 1974. In dem am Mittwoch veröffentlichten Brief heißt es:

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten kennt die Bedeutung des Widerstandskampfes in der dunklen Zeit des Salazar-Regimes. Und wir kennen auch die symbolische Bedeutung der Festung Peniche als Hochsicherheitsgefängnis. Hier wurden die populärsten Führer des Widerstands, Mitglieder der Kommunistischen Partei u. a. unter unmenschlichen Umständen inhaftiert.

Dennoch wissen wir, dass es zweimal möglich war, dass berühmte Gefangene entfliehen konnten. Der erste, António Dias Lourence, konnte im Dezember 1954 entkommen. Am 3. Januar 1960 gelang den kommunistischen Funktionären Álvaro Cunhal, Francisco Martins Rodrigues und acht anderen mit einem Mitglied der National Republican Guard die Flucht. Sie stiegen auch mit einem Seil aus Bettlaken die Wände hinab. Es ist lächerlich, wenn die faschistische Regierung später behauptete, ein sowjetisches U-Boot sei in der Nähe der Peniche-Küste gewesen, um die Flüchtlinge abzuholen. Álvaro Cunhal (...) war ein Führer des antifaschistischen Kampfes in Portugal, der im April 1974 erfolgreich war.

Die FIR und ihre Mitgliedsverbände werden diese Fakten nie vergessen. Wir freuen uns zu hören, dass aufgrund der Aktivitäten von URAP die Gedenkstätte mit einem neuen Museum und einer Gedenkstätte mit den Namen der dort inhaftierten Antifaschisten aufgewertet wird. Auf diese Weise werden nicht nur die Widerstandskämpfer geehrt, sondern auch die historische Arbeit von URAP. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis Eurer Arbeit.

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