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Aus: Ausgabe vom 17.04.2019, Seite 8 / Abgeschrieben

Onlineberatung gestartet

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Die »Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt« aus Halle/Saale teilte am Dienstag mit:

Seit heute können Betroffene rechter und rassistischer Gewalt unser neues Onlineberatungsangebot nutzen und mit uns in Deutsch und Englisch mailen oder live chatten. Der Vorteil: Ratsuchende können sich jederzeit und bei jeder Gelegenheit – von zu Hause aus, unterwegs mit Handy, Pad oder Laptop ebenso wie im Internetcafé – ihre Fragen, Befürchtungen oder Ideen von der Seele schreiben. Sie können davon ausgehen, dass sie eine zeitnahe Antwort erhalten oder schnell mit uns auch live dazu chatten können. Dabei können Hilfesuchende anonym bleiben und selbst entscheiden, ob und wie die Kommunikation weitergehen soll oder welche Art der Unterstützung benötigt und angefragt wird.

Viele Betroffene rechter und rassistischer Gewalt werden auch im Alltag strukturell benachteiligt und ausgegrenzt, weshalb ihnen bestehende Unterstützungsstrukturen und -möglichkeiten oft nicht bekannt sind. Zugleich ist ein großer Teil von ihnen im digitalen Zeitalter aufgewachsen. »Mit der Onlineberatung wollen wir einem weiteren Kreis von Betroffenen rechter Gewalt einen eigenständigen, niedrigschwelligen Zugang zu professioneller Hilfe ermöglichen«, so eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung.

https://mobile-opferberatung.beranet.info

In einem offenen Brief von Sabine Farrouh, Vorstand in der deutschen Sektion der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War), an die Botschaft Israels in Berlin heißt es:

(…) Die IPPNW protestiert gegen das Einreiseverbot und die Abschiebung eines Vorstandsmitgliedes des IPPNW e. V. sowie gegen den Umstand, dass weiteren Mitgliedern einer IPPNW-Reisegruppe die Einreise nur unter der unterschriebenen Auflage erlaubt wurde, nicht wie geplant in die Westbank einzureisen. Die Mitglieder der friedenspolitischen Reisegruppe der deutschen Sektion der IPPNW beabsichtigten, sich über die israelisch-palästinensische Situation zu informieren und suchten dafür den Austausch mit gewaltfrei auftretenden Nichtregierungsorganisationen in Israel und in den besetzten Gebieten. Als Organisation von Ärztinnen und Ärzten liegt ein Schwerpunkt unseres Interesses in der Informationssammlung über den Zustand der gesundheitlichen Versorgung. Zudem hatten die Reisenden die Absicht, touristische und kulturelle Ziele wie Jerusalem, Bethlehem, Jericho, das Tote Meer und Tel Aviv zu besuchen. (…)

Das Einreiseverbot und die Abschiebung der IPPNW-Vorständlerin wurden mit der Feststellung seitens eines Sicherheitsbeamten begründet, es handle sich bei der fraglichen Person um eine »politische Aktivistin« und keine Touristin. (…) Die IPPNW protestiert in aller Schärfe gegen die Abschiebung, Behandlung und Auflagen für eine Reisegruppe, die die humanitären, menschenrechtlichen und gesundheitlichen Bedingungen sowie die Aktionsspielräume von gewaltfrei an der Konfliktlösung zwischen Israel und den Palästinensern wirkenden Nichtregierungsorganisationen erkunden wollte. Die deutsche IPPNW versteht ihr Anliegen als konsequentes friedenspolitisches Engagement in einem zentralen Konfliktherd dieser Welt, das sich aus ihrem Vereinsziel, der Förderung der Völkerverständigung, ableitet. (…)

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