Gegründet 1947 Donnerstag, 18. April 2019, Nr. 92
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben

Einfache Mathematik

Von Marek Lantz
Claus_Schromm_47662391.jpg
Läuft nicht: SpVgg Unterhachings Trainer Claus Schromm

Der VfL Osnabrück steht unmittelbar vor der Rückkehr in die fußballerische Zweitklassigkeit. Mit 3:1 gewann der stets in lilafarbenen Trikots antretende VfL am Sonntag auch beim KFC Uerdingen und baute seinen Vorsprung an der Tabellenspitze der 3. Liga auf zwölf Punkte aus. Bei nur noch fünf ausstehenden Spieltagen dürfte man damit so gut wie durch sein. »Die Spiele werden weniger, die Punkte werden mehr: Es läuft optimal für uns«, fasste Trainer Daniel Thioune nach dem Abpfiff zusammen.

Im zweiten Sonntagsspiel verbuchte der FSV Zwickau mit 1:0 bei der SpVgg Unterhaching einen eminent wichtigen Dreier, der ihn dem Klassenerhalt einen Riesenschritt nähergebracht hat. Lion Lauberbach gelang nach einer Stunde Spielzeit der entscheidende Treffer, der dem FSV bei sechs Zählern Vorsprung vor den Abstiegsrängen nun beste Aussichten beschert, auch im kommenden Jahr drittklassig zu kicken. Beim Exbundesligisten aus Unterhaching läuft es dagegen überhaupt nicht. Geschlagene sieben Spiele ist man jetzt ohne eigenes Tor und rutscht in der Tabelle immer weiter ab. Symptomatisch: Gegen Zwickau vergab Stefan Schimmer sogar einen Foulelfmeter. »Ich weiß nicht, was wir noch für Chancen brauchen, besser kannst du eigentlich nicht spielen. Aber ohne Tore kannst du kein Spiel gewinnen: Das ist einfache Mathematik«, kommentierte ratlos Hachings Mittelfeldakteur Jim-Patrick Müller. Trainer Claus Schromm rief angesichts des auf vier Zähler geschmolzenen Polsters auf die Zwangsversetzungsränge nach dem Abpfiff umgehend den Abstiegskampf aus.

In diesem Abstiegskampf befinden sich Energie Cottbus und der FC Carl Zeiss Jena schon seit Monaten. Gleichwohl hat der vor 14 Tagen bereits totgesagte FCC inzwischen »die zweite Luft« bekommen. Mit 2:1 gewann man bei Hansa Rostock, feierte den zweiten Sieg in Folge und hat bei nur noch drei fehlenden Punkten zum rettenden Ufer plötzlich wieder reelle Chancen auf den Klassenerhalt. Ausgerechnet dem früheren Rostocker Manfred Starke gelang eine Viertelstunde vor dem Abpfiff der Siegtreffer für Jena. »Wir versuchen alles. Es sei uns bitte auch verziehen, wenn wir versuchen, am Ende den Ball fünf Minuten lang hinten in der Ecke zu behalten«, bat er um Verständnis, dass in derart misslicher Lage Fußball eben nicht nur gespielt, sondern dann und wann auch verhindert werden muss.

Einen Punkt mehr als der FCC haben die Cottbusser. Coach Claus-Dieter Wollitz ist derzeit gesperrt, gegen den 1. FC Kaiserslautern kam es zu einem 1:1-Remis. Zwar führte man durch Jürgen Gjasulas Elfmetertor bis in die 89. Minute, doch dann glichen die Pfälzer aus. »Saudämlich von uns, noch das 1:1 zu kassieren«, stöhnte Energie-Kicker Daniel Bohl hinterher.

Mehr aus: Sport