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Aus: Ausgabe vom 16.04.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Wiege der Zukunft

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Afrika gehört die Zukunft, nicht dem kapitalistischen Westen: Mitglieder der Südafrikanischen Kommunistischen Partei protestieren gegen einen Besuch des US-Präsidenten Barack Obama in Johannesburg (Juni 2013)

Das Nachdenken über Afrika beginnt erst. Das zeigt sich schon am Namen dieses Kontinents mit seinen bald zwei Milliarden Einwohnern, einem Viertel der Weltbevölkerung, der keine Eigen-, sondern eine von Europäern gegebene Fremdbezeichnung ist, und es reicht bis zu den Kategorien, in denen Gelehrte sich über ihn verständigen. So steht der senegalesische Autor Felwine Sarr, dessen »Afrotopia« der Deutschlandfunk als »Buch der Woche« vorstellt, zwar in der Tradition der »Négritude« Aimé Césaires und der »Verdammten dieser Erde« Frantz Fanons, sprich: des Postkolonialismus. Unverkennbar sind aber auch die beständigen Anklänge an die unvermeidlichen französischen Philosophen Jacques Derrida und Michel Foucault. Doch Sarr ist sich sicher: Der Kapitalismus des Westens ist in eine aus sich selbst heraus unlösbare Krise geraten, und bei der allfälligen Neugestaltung der Welt werden die Afrikaner ein entscheidendes Wort mitzureden haben – die »Wiege der Menschheit« ist auch ihre Zukunft. (jt)

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