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Aus: Ausgabe vom 10.04.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Dealer tragen Kittel

Süchtig nach Schmerzmitteln | Arte-Mediathek
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Opioid-Überdosis in einem Lebensmittelladen in Malden, Massachusetts

Krise ist ein zu schwacher Ausdruck für das, was Pharmafirmen, Gesetzgeber und nicht zuletzt die duldsame Antidrogenbehörde DEA in weiten Teilen der USA angerichtet haben. Das opioidhaltige Schmerzmittel Oxycontin brachte dem Konzern Purdue umgerechnet über 35 Milliarden Euro Gewinn. Als völlig unbedenklich wurde es vermarktet. Ärzte wurden mit Vergünstigungen und Prämien gelockt, um den Stoff großflächig unter die Leute zu bringen. Sogar Krankenschwestern stellten die Rezepte aus. Um kritische Mediziner zu besänftigen, erfand Purdue die Diagnose »Pseudosucht« – die Therapie sollte darin bestehen, höhere Dosen zu verschreiben. Noch 2016 gab es Autoschlangen an Drive-in-Schaltern der Apotheken, aus denen die Tabletten herübergereicht wurden. Mittlerweile lassen sich die Todesopfer nicht mehr zählen. Die sozialen Folgen für die nächsten Generationen sind noch nicht absehbar. Jetzt verdienen Pharmafirmen übrigens mit dem Gegenmittel Naloxon. (mme)

kurzlink.de/Opioiden-Krise

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