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Aus: Ausgabe vom 09.04.2019, Seite 2 / Ausland
Krieg in Syrien

Putin empfängt Erdogan

Russischer und türkischer Staatschef verhandeln über Syrien
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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (l.) am Montag zu Gast beim russischen Amtskollegen Wladimir Putin (M.) in Moskau

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Möglichkeit einer weiteren Militäroffensive türkischer Streitkräfte in Syrien ins Spiel gebracht. Darüber wolle er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprechen, sagte Erdogan am Montag vor dem Treffen in Moskau. »Alle unsere Vorbereitungen sind abgeschlossen.« Man könne in kürzester Zeit im Nachbarland Syrien einmarschieren – diese zuvor getroffene Aussage habe weiter Gültigkeit, sagte der türkische Präsident, ohne Details zu nennen. Die Türkei geht in dem von Krieg zerstörten Land vor allem gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor.

Bei dem Treffen sollte es um den von Russland geforderten Abzug der US-Truppen aus Syrien gehen, wie der Kreml zuvor mitgeteilt hatte. Russland leistet der Regierung von Präsident Baschar Al-Assad auf dessen Bitte hin militärische Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadisten. Die Türkei dagegen unterstützt syrische Oppositionskräfte. Erdogan kündigte an, es sollten drei Abkommen unterzeichnet werden, ohne näher darauf einzugehen.

Zur Sprache dürfte auch der Verkauf vier russischer Flugabwehrsysteme vom Typ »S-400« an die Türkei gekommen sein. Washington kritisierte, dass damit ein NATO-Staat russische Waffen kaufen würde. Erdogan hatte den Kauf damit verteidigt, dass das Angebot im Vergleich zu dem der Vereinigten Staaten für deren »Patriot«-Anlagen besser sei, wie die Deutsche Presseagentur am Freitag abend berichtete.

Im Rahmen von Erdogans Moskaubesuch gingen Beobachter zudem davon aus, dass auch der Bau der Gaspipeline »Turkish Stream« auf der Agenda stand. Durch die Leitung soll Ende des Jahres das erste Gas fließen. Auch sollte es bei den Gesprächen um den Bau des ersten Atomkraftwerks in der Türkei gehen. Die Anlage Akkuyu soll 2023 zum 100. Jahrestag der Gründung der türkischen Republik in Betrieb genommen werden.

Putin sagte zum Auftakt des Treffens lediglich, die Kontakte zwischen Außen- und Verteidigungsministerien beider Länder sowie in Fragen der militärtechnischen Zusammenarbeit entwickelten sich aktiv. Am Abend wollten die beiden Staatschefs im berühmten Bolschoi-Theater das russisch-türkische Jahr der Kultur und des Tourismus eröffnen. (dpa/jW)

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