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Aus: Ausgabe vom 25.03.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: US-Terrorinstrument

Weltsichten | So., 8.44 Uhr, RBB-Inforadio
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Kosovo in der Nähe von Pristina: Serbische Dorfbewohner vor einer abgeschossenen Rakete der deutschen Luftwaffe (14.4.1999)

Auch im Haus des Henkers redet keiner gern vom Strick. 20 Jahre nach dem NATO-Überfall auf Jugoslawien herrscht in den deutschen Medien, die sich 1999 im antiserbischen Gegeifer überschlugen, weitgehend Schweigen. Und wenn ARD-Korrespondent Clemens Verenkotte das Thema wie hier aufgreift, bleiben Tabus. Etwa die faktische Annexion des Kosovo durch USA (Militärbasis), NATO (verbrecherische Kriegführung mit abgereichertem Uran, mit Streubomben und systematischer Zerstörung von Chemiewerken) und EU kommt nicht vor. Verenkotte lässt Serben und Albaner, letztere vor allem mit Erinnerungen an Schlimmes, zu Wort kommen. Immerhin darf Vladislav Jovanović, von 1989 bis 2000 jugoslawischer Außenminister, sagen: Im Mai 1998 entschied Washington, den gewählten Präsidenten (Rest-)Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, zu stürzen. Aus der separatistischen Terrorbande UCK wurde das »Instrument« dafür – egal, welche Verbrechen sie begangen hatte. Und Deutschland macht bis heute mit. (asc)

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