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Aus: Ausgabe vom 22.03.2019, Seite 2 / Kapital & Arbeit
Konzerne unter Strom

Autobosse einigen sich

Nach Streit setzen VW, Daimler und BMW jetzt auf Elektromobilität
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E-»Tankstelle«: Ohne Ausbau der Ladeinfrastruktur hat massenhafte Elektromobilität keine Chance

Nach heftigem Streit über die künftige Förderung der Elektromobilität haben sich die deutschen Autokonzerne auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Die Chefs der drei Platzhirsche VW, Daimler und BMW, Herbert Diess, Dieter Zetsche und Harald Krüger hätten sich in einem Telefongespräch am Mittwoch abend mit dem Präsidenten des Lobbyverbandes VDA, Bernhard Mattes, auf den weiteren Kurs verständigt, sagte ein VDA-Sprecher am Donnerstag. »Die Einigkeit ist da und sie umfasst auch Plug-in-Hybride.« Details eines Positionspapiers würden nun zwischen dem Verband und den Unternehmen abgestimmt und sollten dann veröffentlicht werden.

Der Konflikt hatte sich an der Forderung von Volkswagen entzündet, Elektroautos künftig vorrangig zu fördern und dafür Gelder aus der Dieselsubvention und anderen Bereichen abzuziehen. Dagegen wollen sich BMW und Daimler alle Möglichkeiten offenhalten: von reinen E-Autos über Hy­bridfahrzeuge, die an der Steckdose aufgeladen werden (Plug-in), alternative Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren bis hin zur Brennstoffzelle als langfristige Alternative. BMW-Chef Krüger hatte Diess’ Forderung nach einer Bündelung der Kräfte vor dem Gespräch öffentlich widersprochen und klargemacht, dass er dessen Sicht nicht teile.

Einig sind sich die Autobauer Insidern zufolge, dass die Ladeinfrastruktur für Elektroautos EU-weit zügig ausgebaut werden soll und es zudem eine »Förderkulisse« aus Prämien beziehungsweise steuerlichen Anreizen geben soll, um die Anlaufphase der Elektromobilität zu pushen.

Eine dritte Voraussetzung dafür, dass sich E-Mobilität durchsetze, sei die Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei der Stromerzeugung. »Parallel zur Antriebswende muss das Angebot an ›grünem‹ Strom deutlich ausgeweitet werden.« Dafür setze sich VW-Chef Diess seit längerem ein. Die Positionen solle der VDA »klar und eindeutig und selbstbewusst« gegenüber der Politik vertreten, sagt eine mit der Sache vertraute Person. Diess hatte gefordert, alle Kräfte auf das Ziel E-Mobilität auszurichten. Technologieoffenheit sei jetzt die falsche Parole und führe nur dazu, den Systemwandel weiter in die Zukunft zu verlegen. VW investiert binnen fünf Jahren 30 Milliarden Euro in die Elektromobilität und will ab 2026 das Ende des Verbrennungsmotors einläuten. (Reuters/jW)

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