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Aus: Ausgabe vom 23.03.2019, Seite 12 (Beilage) / Wochenendbeilage

Blumenkohlcremesuppe

Von Ina Bösecke

»Das Land befindet sich im kompletten Chaos. Und das Universum schickt mir Sie«, sagt die Premierministerin in »Johnny English – Man lebt nur dreimal« (2018) von David Kerr. Der Ton der Premierministerin, gespielt von Emma Thompson, ist gereizt, denn der Mann, der Großbritannien retten soll, hat bereits ein Restaurant abgefackelt und einen Reiseführer aus dem Sightseeingbus geprügelt. Chaosspion Johnny English (Rowan Atkinson) ist als Agent eigentlich schon lange kein Thema mehr (er verdient sein Geld mittlerweile als Geographielehrer in einem Internat), muss aber wieder ins Boot geholt werden, nachdem nach einer Cyberattacke alle Topspione der Briten enttarnt wurden. Natürlich geht alles schief, was schiefgehen kann bei der Mission von Mr. English.

Wer die Ganzkörperkomik von Mr. Bean, der bekanntesten Figur von Rowan Atkinson, nicht mag, könnte Johnny English durchaus komisch finden. Zwei Säulen tragen das Humorkonzept des britischen Komikers. Zum einen führt das unverhältnismäßig große Selbstbewusstsein von English immer wieder zu lustigen Situationen. Er gibt permanent den weltgewandten Checker, der jede Lage beherrscht, wird aber fast im selben Atemzug als Volldepp enttarnt. Zum Beispiel wenn er der schönen Ophelia Bhuletova auf der Yacht elegant »Auf Wiedersehen« sagt, eine coole Rückwärtsbewegung macht, um ins Wasser zu springen, dann aber auf ein Unterdeck aufschlägt, sich dort fast den Rücken bricht und bis zur Kante des Bootes robben muss wie ein Wurm.

Zum anderen funktioniert Englishs Agentendasein als Parodie auf James Bond. Wie (der frühe) Bond ist English mit Unmengen seltsamer Waffen ausgerüstet, Raketen werden aus seinem Auto geschossen, Würgebänder kommen zum Einsatz, explodierende Wattestäbchen sowieso. Damit der Feind ihn nicht orten kann, schmeißt English als erstes sein Diensthandy aus dem Auto. Mit seinem Auftraggeber kann er nun leider nicht mehr telefonieren, aber man kann ja nicht immer an alles denken. Großartig ist die letzte Szene, in der English in Ritterrüstung dem schmierigen Schurken dessen I-Pad ins Genick wirft und damit sowohl seine Verachtung für solche Geräte ausdrückt als auch Britannien und den Rest der Welt rettet.

Für solche Heldentaten braucht es solide und nahrhafte Rezepte aus dem Königreich: Blumenkohlcremesuppe mit Cheddar und Croutons: Einen Blumenkohl putzen, in Röschen teilen. In einen Topf geben, mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen. Salzen, zehn Minuten kochen. Zwei Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen schälen, fein würfeln. 50 g Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin fünf Minuten glasig dünsten. Zwei Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden. Blumenkohl samt Kochwasser, Kartoffeln und Lorbeerblatt zu den Zwiebeln geben. 15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. 100 g Brotwürfel in einer Pfanne mit 50 g Butter knusprig braten. Lorbeerblatt aus der Suppe entfernen. Suppe mit einem Stabmixer pürieren. Ein EL grobkörnigen Senf und 50 g Creme double einrühren, aufkochen, 200 g geriebenen Cheddar unterrühren. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken, mit Croutons servieren.