Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Freitag, 24. Mai 2019, Nr. 119
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Aus: Ausgabe vom 12.03.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Offene Wunden

Titel, Thesen, Temperamente |So., 23.05 Uhr, ARD

Seit 20 Jahren gibt es offiziell Frieden zwischen Nordirland und der Republik Irland. Der deutsche Fotograf Toby Binder hat in einem Buch festgehalten, wie die Nachkriegsgeneration in Belfast mit dem historischen Konflikt klarkommt. Es sind eindrucksvolle Aufnahmen in Schwarzweiß, die vermitteln, dass die Jugendlichen, ob protestantisch oder katholisch, im Grunde das gleiche tun und doch hermetisch getrennt voneinander leben. Gleicher Klamottenstil, gleiche Frisuren, gleicher Alltag. Kurz vor der »Brexit«-Entscheidung ist die Anspannung deutlich spürbar, und Binder fängt sie präzise in seinen Bildern ein. Die Belfaster haben mehrheitlich gegen den Ausstieg aus der EU gestimmt und müssen jetzt miterleben, wie die Grenze zu Irland wieder eine scharfe Grenze werden soll. Wie der nordirische Autor Paul McVeigh, der den Krieg autobiographisch festgehalten hat und erst vor einem Jahr zurückkehrte, feststellt: Die Ausrüstung ist noch da, und die verfeindeten Lager »können jederzeit wieder loslegen«. (si)

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Gerhard Schiller, Dresden: Besser ohne Religion Ich halte die Situation, dass sich irische Protestanten und Katholiken »immer noch« feindlich gegenüberstehen, für einen Ausdruck dafür, dass Religionen das friedliche Zusammenleben von Menschen störe...

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