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Aus: Ausgabe vom 23.02.2019, Seite 15 / Geschichte

Anno … 9. Woche

1939, 28. Februar: Die zwischen 1864 und 1873 als Nationaldenkmal zur Erinnerung an die Einigungskriege erbaute Siegessäule wird im Zuge der geplanten Umgestaltung Berlins zur »Welthauptstadt Germania« vom Königsplatz, dem heutigen Platz der Republik vis-à-vis des Reichstages, an den Großen Stern versetzt. Dabei wird der Sockel verbreitert und die Säule auf insgesamt 67 Meter erhöht. Das nationalistische Denkmal, auf das die Revolutionären Zellen 1991 erfolglosen einen Anschlag verüben, sorgt immer wieder für Kontroversen. Zuletzt schlägt Heiner Geißler (CDU) 2015 vor, die »Goldelse« zu sprengen.

26. Februar 1954: Die Bundestagsabgeordneten der CDU beschließen gegen die Stimmen der SPD eine Änderung des Grundgesetzes und schaffen damit eine verfassungsrechtliche Grundlage für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Der Wehrexperte der SPD, Fritz Erler, bezeichnet das Vorhaben als »Ermächtigungsgesetz« und argumentiert, dass allein das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit einer »Wehrergänzung« entscheiden könne. Die Wehrpflicht wird schließlich am 21. Juli 1956 per Gesetz eingeführt.

1994, 28. Februar: In der Nähe von Banja Luka im Nordwesten Bosniens schießen zwei US-amerikanische F-16-Kampfflugzeuge vier serbische Kampfjets ab, die in die im Oktober 1992 von den Vereinten Nationen verhängte Flugverbotszone über Bosnien-Herzegowina eingedrungen sind. Der Angriff, der die erste Militäraktion der NATO seit ihrer Gründung 1949 darstellt, findet im Rahmen der Operation Deny Flight statt, an der sich auch die Bundesrepu­blik mit 16 »Tornados« beteiligt. Der sogenannte Bosnienkrieg, in den die NATO noch mehrfach militärisch eingreift, endet im November 1995 mit dem Vertrag von Dayton, der die staatliche Existenz Bosnien-Herzegowinas anerkennt.

2009, 3. März: Im Zusammenhang mit dem Bau der Nord-Süd-Stadtbahn stürzt das Gebäude des Kölner Stadtarchiv infolge eines Wassereinbruchs in einer direkt vor dem Archiv gelegenen Baugrube komplett ein. Zwei Menschen sterben. Fast 90 Prozent der Archivalien werden verschüttet, darunter zahlreiche mittelalterliche Handschriften. Im Zuge der Bergungsarbeiten kann ein Großteil des Archivguts geborgen werden. Die Gesamtkosten für die Restauration, die seit 2011 laufen, werden auf 370 Millionen Euro geschätzt.

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