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Aus: Ausgabe vom 20.02.2019, Seite 8 / Ansichten

US-Präsidentschaftsbewerber des Tages: Bernard Sanders

Von Arnold Schölzel
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Wirbt für eine landesweite »beispiellose Graswurzelbewegung«: Bernhard Sanders (hier bei einer Rede an der George-Washington-Universität, 27.11.2018)

Alle wollen es Donald Trump heimzahlen: Erst in einem Jahr beginnt die Demokratische Partei der USA mit den Vorwahlen für ihren Präsidentschaftskandidaten, aber die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ist jetzt schon rekordverdächtig. Am Dienstag meldete der 77jährige unabhängige Senator Bernard Sanders, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, mit einer programmatischen Rede per Videoclip seine Anwartschaft an. 2016 war er mit überraschendem Erfolg vor allem unter jungen Wählern im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton angetreten. Das hatte die Führung der Demokraten auf den Plan gerufen, und es bedurfte einiger Tricks, um deren Nominierung durchzusetzen.

Nun warb Sanders für eine landesweite »beispiellose Graswurzelbewegung« von mindestens einer Million Menschen. Ins Zentrum seiner zehnminütigen Ansprache stellte er soziale Fragen – Ungleichheit der Einkommen, medizinische Versorgung, berufliche Bildung, aber auch eine Strafrechtsreform und Alltagsgewalt in den USA. Im Land sinke die Lebenserwartung, ein großer Teil der Bevölkerung verfüge über keine Ersparnisse, während Großkonzerne keine Steuern zahlten. 30 Millionen Menschen hätten keine Krankenversicherung, Millionen Arbeiter schufteten zu Hungerlöhnen. Im übrigen gebe es Klimawandel wirklich, und das Einwanderungssystem müsse dringend neu gestaltet werden. Dem gegenwärtigen Bewohner des Weißen Hauses widmete Sanders eine Reihe schmückender Beiwörter: »krankhafter Lügner«, »Rassist, Sexist, Ausländerfeind, homophob« etc.

Trump hatte schon vor Sanders’ offiziellem Antritt erkannt, was dieser im Schilde führt. Er vernichtete am Montag bei einer Rede in Miami verbal »Kommunismus und Sozialismus« in Venezuela und überall und legte dann fest: »Amerika wird nie ein sozialistisches Land sein.« Sanders’ Idee ist das auch nicht, aber Trump benötigt Geld von seinen Milliardärsfreunden.

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