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Aus: Ausgabe vom 19.02.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Mehr Patriotismus wagen

Interview | DLF Kultur, Mo., 6.50 Uhr
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Ist das moderner Patriotismus?

100 Jahre Schwarz-Rot-Gold. Und kaum einer erinnert daran. Am 18. Februar 1919 legte sich die Weimarer Repu­blik auf diese Nationalfarben fest. Feierlich ist keinem zumute, denn die Verfassungspatrioten haben ein Problem. Absurd findet der Bundespräsident, dass die deutsche Trikolore »heute am auffälligsten ausgerechnet von denen geschwungen wird, die einen neuen nationalistischen Hass entfachen wollen«. Dabei seien »Schwarz-Rot-Gold unsere Farben«. Der Deutschlandfunk möchte das genauer wissen und fragt beim Experten nach, einer der einen Patriotismus 2.0 verlangt. Volker Kronenberg erklärt, die Fahne stehe für die Demokratie und gegen die Obrigkeit, ein moderner Patriotismus sei weltoffen und integrativ. Falsch wird das alles durch das, was der Bonner Soziologe verschweigt. Die Weimarer Republik gründete auf dem Bündnis sozialdemokratischer Funktionäre mit präfaschistischen Freikorpsbanden, und die Weltoffenheit des deutschen Pa­triotismus zeigt sich vor allem in der Entsendung seiner Armee in Weltgegenden fernab seiner Grenzen. (brat)

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