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Aus: Ausgabe vom 18.02.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Haar in der Suppe

Sport am Wochenende | Sa., 19.10 Uhr, DLF
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Sie befeuerten die olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang: Die Cheerleader aus der DVRK

Wenn es im vergangenen Jahr etwas Positives gab, dann den strahlenden Auftritt der DVRK bei den Winterspielen von Pyeongchang. Weiter so, möchte man angesichts des jüngsten Vorschlags beistimmen, die Sommerwettkämpfe 2032 an Nord- und Südkorea zu vergeben. Doch der Sportwissenschaftler und Historiker Diethelm Blecking findet ein Haar in der Suppe. Befragt vom Deutschlandfunk, beschreibt er Olympia als »Ladenhüter«, den der notorische IOC-Präsident Thomas Bach händeringend loszuwerden suche. Ohne Zuschüsse würde sich kein ernstzunehmender Austragungsort mehr finden. Zur »Rettung seines Lebenswerks« flüchte Bach sich in die Politik. Womöglich träumt er gar vom Friedensnobelpreis! In Deutschland stelle man sich aber Wiedervereinigungen zu einfach vor. Bei der DDR habe es eine »funktionierende Zivilgesellschaft« gegeben. Davon könne bei Nordkorea keine Rede sein. Resümee: Die Spiele an solchem Ort – das wäre eine »Entwertung der olympischen Idee«. (jt)