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Aus: Ausgabe vom 13.02.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Das alte Geld

Ganz oben – Die diskrete Welt der Milliardäre | ARD-Mediathek
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»Diskretion ist alles«: Schlosshotel Kronberg (aus dem Film)

»Ich bin definitiv kein Reicher«, sagt Christian von Bechtolsheim – und führt durch sein Thüringer Jagdhaus. Seit 1892 sei es in Familienbesitz, erläutert »Herr Baron«, das »kurze Intervall« zwischen Enteignung (1952) und Restitution (1992) habe es »unbeschadet überstanden«. Vor der Tür gehören dem Abkömmling der Fuggers einige hundert Hektar Wald. Unter den Geschäftsfreunden bei seinen Jagdgesellschaften sind wohl auch einige der rund 200 deutschen Milliardäre, der Baron deutet das nur an. Diskretion ist alles. So weiß man nur sehr wenig über die Schaefflers, Henkels und Co. Von der reichsten deutschen Familie, den Reimanns, gab es noch nie ein Foto. Homestories gibt es auch in dieser Doku nur von den Neureichen aus der zweiten Liga, den Rossmanns, Rainer Schaller (McFit) – Maschmeyer wäre auch kein Problem gewesen. Ganz oben aber herrscht das alte Geld, das, wie Baron von Bechtolsheim einräumt, »durch das Dritte Reich konfligiert ist, oder wie immer man das nennen will, kompromittiert ist«. (xre)

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