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Aus: Ausgabe vom 06.02.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gestörte Verbindung

Interview | Di., 8.10 Uhr, DLF
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Ja, wer war denn das? Im Deutschlandfunk darf der frühere niedersächsische Ministerpräsident McAllister in Sachen Venezuela noch mal ganz groß auf den Putz hauen

Erinnern Sie sich noch an David McAllister? Der Mann war mal Ministerpräsident im Land der Niedersachsen. Da die ihn irgendwann nicht mehr haben wollten, schob ihn seine Partei nach Brüssel oder, man weiß das ja nie so genau, nach Strasbourg ab. Als Ausschussleiter für auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament macht sich McAllister so seinen Reim auf die Welt und lässt hilflose Radiohörer daran ungefragt teilhaben. Das Phrasenpaket, das dieser ethische Imperialist zum Beispiel zur Weltgegend Venezuela frei Haus liefert, macht, kaum erwacht, schon wieder benommen. Er weiß aus sicherer Quelle, dass auch die Oma an der Demo gegen Maduro teilgenommen hat, und wenn der Protest für Recht und Freiheit so breit ist, dann muss die EU mit Sanktionen helfen. Blöd nur, dass sie nicht mit einer Stimme spricht und die notorisch unzuverlässigen Italiener sich querstellen. Zwischen Rom und Caracas, da ist sich McAllister sicher, besteht eine ideologische Querverbindung. Ach ja. Und zwischen Sendung und Bewusstsein besteht eine Leitungsstörung. (brat)

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