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Aus: Ausgabe vom 06.02.2019, Seite 8 / Ansichten

NATO-IM des Tages: Joachim Krause

Von Arnold Schölzel
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Oben ist unten, und Krieg ist Frieden: Die USA kündigen in friedlicher Absicht einen Abrüstungsvertrag, und der Russe antwortet mit Heimtücke. Wer Stalingrad zum Anlass nahm, bis an die Elbe zu marschieren, ändert sich nie. So meldet dpa vom Abwehrkampf an der Ostfront: »Die in Estland stationierten deutschen Kampfjets sind in den vergangenen sechs Monaten 30 Mal zu Alarmeinsätzen gestartet, um ungekennzeichnete russische Flugzeuge über der Ostsee zu begleiten. ›Man merkt an dieser hohen Zahl, dass doch die Präsenz hier enorm wichtig ist‹, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Dienstag bei einem Besuch der 160 deutschen Soldaten auf dem estnischen Luftwaffenstützpunkt Ämari.« Wenn die Ministerin dem Feind so auf die Pelle rückt, muss auch Joachim Krause (Jg. 1951) ran, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, einer vom Von-der Leyen-Ministerium »querfinanzierten« akademischen Propagandakompanie. Krause am Dienstag im Deutschlandfunk: »Die baltischen Staaten sehen sich einer militärischen Bedrohung gegenüber, die existentiell ist, denn ihnen droht die Gefahr, dass sie besetzt werden und wieder in den russischen Herrschaftsbereich eingegliedert werden.« Ausstieg aus dem INF-Vertrag? Moskau war’s: »Man sieht eben auf russischer Seite in der Doktrin eine Tendenz, regionale Kriege dadurch zu beenden, dass man die Eskalationsdominanz herstellt, indem man Waffen zur Verfügung hat, die in diesen bestimmten Regionen eingesetzt werden können.« Das Eskalieren liegt bei denen so drin: »Wir sind in einer Lage, wo Russland die strategische Konfrontation mit dem Westen sucht.«

Krauses Name tauchte jüngst auf der geleakten Liste inoffizieller Mitarbeiter der inoffiziellen britischen »Integrity Initiative« für antirussische Propaganda auf. Das kann nur russische Fake-News sein: Krause benötigt keine Führungsoffiziere.

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