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Aus: Ausgabe vom 01.02.2019, Seite 1 / Ausland
Putschversuch in Venezuela

Runder Tisch in Montevideo

Internationale Venezuela-Konferenz soll Grundlagen für Dialog schaffen
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Keine Großkundgebungen: Die Beteiligung an den Protestaktionen der venezolanischen Opposition blieb am Mittwoch überschaubar

Uruguay und Mexiko wollen im Konflikt in Venezuela vermitteln. Die Regierungen der beiden lateinamerikanischen Länder haben für den 7. Februar zu einer internationalen Konferenz in Montevideo eingeladen, bei der die Grundlagen für einen neuen Dialog zwischen allen beteiligten Kräften gelegt werden sollen. Man rechne mit mehr als zehn teilnehmenden Ländern, heißt es in der am Mittwoch (Ortszeit) in der uru­guayischen Hauptstadt veröffentlichten Erklärung. Boliviens Präsident Evo Morales begrüßte die Initiative und kündigte die Teilnahme seines Landes an, um eine friedliche Lösung für die Krise in Venezuela zu finden, die durch den laufenden, von den USA unterstützten Putschversuch verschärft werde.

Für Mittwoch hatte die Opposition zu erneuten »Massenprotesten« aufgerufen. Die Beteiligung blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Eine etwas größere Kundgebung gab es offenbar nur auf dem Campus der Zentraluniversität in Caracas, an der auch Juan Guaidó teilnahm, der sich am 23. Januar selbst zum »Übergangspräsidenten« des Landes erklärt hatte. Für Sonnabend rief er seine Anhänger zu einer weiteren Demonstration auf. An diesem Tag, an dem sich der Amtsantritt von Hugo Chávez zum 20. Mal jährt, wollen aber auch die Anhänger der Regierung auf die Straße gehen. Diosdado Cabello, Vizechef der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), kündigte eine Großkundgebung auf der Avenida Bolívar im Zentrum der Hauptstadt an.

Am Rande der Proteste am Mittwoch wurden nach Berichten spanischer Medien in Caracas »sieben bis acht« Journalisten festgenommen, darunter drei Reporter der spanischen Nachrichtenagentur Efe. Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza kritisierte, dass einige ausländische Journalisten eingereist seien, ohne zuvor die entsprechenden Visa zu beantragen und sich beim Informationsministerium zu akkreditieren. Das könne »unnötige Unannehmlichkeiten« verursachen, warnte er. (AVN/dpa/Xinhua/jW)

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