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Aus: Ausgabe vom 29.01.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Uneinnehmbar

Das Wunder von Leningrad | So., 23.05, RBB
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Am 75. Jahrestag des Endes der Blockade wurde in St. Petersburg, dem früheren Leningrad, mit Geschützen aus dem Großen Vaterländischen Krieg Salut geschossen (27.1.2019)

Mit deutscher Gründlichkeit kam der Tod. Am 8. September 1941 stand der Aggressor vor den Toren der Stadt, den Weg an die Front hätte man mit der Straßenbahn zurücklegen können, doch bereits im November kam der öffentliche Verkehr zum Erliegen. Am 27. Januar vor 75 Jahren endete die 870 Tage währende Blockade Leningrads durch die faschistische Wehrmacht. Aufbauend auf den Erinnerungen von Zeitzeugen zeigt das Dokudrama die Uraufführung von Schostakowitschs 7. Sinfonie am 9. August 1942 als – emotionalen – Wendepunkt. Für den faktischen sorgte die Rote Armee wenig später während der Ersten Ladoga-Schlacht.

Das Martyrium der Einwohner, die Bomben, der Hunger: ein kalkuliertes Verbrechen im Rahmen eines rassenideologisch begründeten Vernichtungskriegs. Einzelschicksale holen das Sterben aus der Anonymität. Das Schauspiel, die Dialoge – dagegen hölzern. Währenddessen plant Putin mit Siegesparaden dreist schon das nächste Überfallenwerden. (pst)

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