Aus: Ausgabe vom 14.01.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gefährliche Kampagne

Democracy Now | Im Internet

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Angela Davis ist eine weltweit bekannte und geachtete Kämpferin für Gerechtigkeit. Wegen ihres Eintretens für die Palästinenser ist sie ins Visier der »Israel-Lobby« geraten

Angela Davis, die Ende des Monats 75 Jahre alt wird, ist eine Ikone der US-amerikanischen Linken. Im Februar sollte ihr der Menschenrechtspreis des Civil Rights Institutes ihrer Heimatstadt Birmingham in Alabama verliehen werden. Doch vor gut einer Woche wurde die Auszeichnung wieder abgesagt – weil Davis die Israel-Boykottinitiative BDS unterstützt. Im Interview mit »Democracy Now« nennt die Bürgerrechtlerin die Angriffe gegen sie, aber auch den Universitätsprofessor Marc Lemont Hill einen Versuch, jede Solidarität zwischen den Schwarzen in den USA und den Palästinensern zu untergraben. Auf Martin Luther King, der einmal Antizionisten mit Antisemiten gleichgesetzt haben soll, berufe man sich dabei zu Unrecht: Gerade er habe stets betont, dass Gerechtigkeit unteilbar ist. Für wie gefährlich die BDS-Kampagne von ihren Gegnern gehalten wird, zeigte sich auch am Dienstag, als eine Gesetzesvorlage für ihr Verbot im US-Senat vor allem wegen des Streits um den Haushalt scheiterte. (jt)


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