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Aus: Ausgabe vom 14.01.2019, Seite 8 / Ansichten

Integrationsbeauftragter des Tages: Boris Palmer

Von Matthias István Köhler
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Als Boris Erasmus Palmer einmal vorgeworfen wurde, seine Äußerungen seien rassistisch, erwiderte er: »Das ist kein Rassismus, sondern Logik.«

Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Erasmus Palmer gibt alles, damit in der Bundesrepublik die Dinge endlich wieder beim Namen genannt werden dürfen. Er scheut keine Mühen und hat vor einigen Jahren sogar ein Buch geschrieben: »Wir können nicht allen helfen«. Wem wir nicht helfen können, ist klar: »Die Menschen, die über das Asylrecht zu uns gekommen sind, haben sehr viele Eigenschaften, die in unserem Land die Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden, nach oben treibt.« Als ihm einmal vorgeworfen wurde, seine Äußerungen seien rassistisch, erwiderte er: »Das ist kein Rassismus, sondern Logik.«

Es überrascht daher keineswegs, wenn er jetzt ganz logisch in einem Interview mit Bild am Sonntag meint: »Wir als Partei mit staatspolitischer Verantwortung müssten uns überwinden und einen integrativen Ansatz versuchen, der auch im AfD-Wähler erst mal den Demokraten sieht und nicht den Nazi.« Logisch, aus staatspolitischer Verantwortung sind die Grünen schließlich auch bereit, jeden Kriegseinsatz mitzutragen, warum also nicht aus derselben Verantwortung heraus zur Abwechslung mal einen »integrativen Ansatz versuchen« und Nazis zu Demokraten erklären. Wäre mal was Neues, hatten wir gefühlt seit Ewigkeiten nicht mehr, und vor allem: Diese Form der »Willkommenskultur« liegt der guten alten Bundesrepublik sowieso in den Genen.

Palmer sorgt also mit seinen unerhört innovativen Ideen immer wieder für frischen Wind. Übrigens macht er sich auch sonst noch viele Gedanken über die Zukunft. »Deswegen haben wir Tübingen zum Topstandort für die Erforschung künstlicher Intelligenz gemacht.« Und das ist auch verdammt nötig, denn der ohnehin knappe Vorrat an natürlicher Intelligenz ist ganz offensichtlich bereits zur Neige gegangen.

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