Aus: Ausgabe vom 10.01.2019, Seite 9 / Kapital & Arbeit

Schwache globale Konjunktur

Weltbank senkt Prognose. Chinesen kaufen weniger Autos. Deutscher Exportboom 2018

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China 2018: Absatzflaute bei Pkw, Fahrräder gehen immer. Straßenszene aus Beijing

Die Weltbank hat ihre Prognose für das Wachstum der globalen Wirtschaft nach unten korrigiert. Zugleich stellte sie der Politik von Donald Trump ein schlechtes Zeugnis aus. Der vom US-Präsidenten häufig bemühte Boom nach seiner Steuerreform werde nur kurz anhalten. Schon 2020 werde das US-Wachstum von 2,9 Prozent 2018 auf 1,7 Prozent sinken, prognostiziert das in Washington ansässige Institut in seinem am Dienstag vorgestellten Bericht.

Allerdings schwächt sich die Konjunktur laut Weltbank auch in anderen großen Wirtschaftsregionen ab, etwa in China und in der Euro-Zone. Weltweit prognostiziert die Bretton-Woods-Organisation für 2019 einen Zuwachs des globalen Bruttoinlandsprodukts 2019 von 2,9 Prozent. Das wäre ein leichter Rückgang gegenüber der ohnehin nach unten korrigierten Vorhersage des weltweiten Wachstums von drei Prozent im vergangenen Jahr. »International haben die Handels- und Produktionsaktivitäten nachgelassen, Handelskonflikte bleiben ein großes Thema und in einigen der großen Schwellenländer sind die Finanzmärkte vehement unter Druck«, heißt es in der Analyse.

Als Alarmsignal wird die Meldung aus China gewertet: Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der dortige Automarkt eingebrochen. Der Absatz von Personenwagen sackte 2018 um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) am Mittwoch in Beijing mitteilte. Der Verkaufsrückgang trifft auch die großen deutschen Autokonzerne, für die China der größte Markt überhaupt ist.

Neben dem Handelskrieg gibt es hausgemachte Ursachen für die Flaute. »Die Gründe sind vor allem der schwere Druck auf dem Immobilienmarkt, hohe Verschuldung, Abwärtsdruck für die Wirtschaft und fehlende Verbraucherzuversicht«, zitierte die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch PCA-Generalsekretär Cui Dongshu. Er erwartete aber nicht, dass der Rückgang anhält: »So schlimm ist es nicht.«

Das hoffen auch die deutschen Exporteure. Deren Bilanz ist bislang dennoch sehr positiv. In den ersten elf Monaten 2018 stiegen die Ausfuhren von Waren »Made in Germany« um 3,7 Prozent auf 1.221,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im gesamten Jahr 2017 war die bisherige Bestmarke von 1.279 Milliarden Euro erreicht worden (plus 6,2 Prozent). Dennoch übt sich die Branche in Vorsicht.

»Die Weltkonjunktur ist belastet durch den Handelskonflikt zwischen den größten Volkswirtschaften USA und China und den damit verbundenen Risiken. Noch sind die Exporte stabil, aber die Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung mehren sich«, analysierte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann in einer Mitteilung. (dpa/jW)


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