Aus: Ausgabe vom 07.01.2019, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

»Ideale Vasallen«

Zu jW vom 15./16.12.: »Reguläre Armee im Kosovo«

Auf die Verwandlung der sogenannten Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) der 90er Jahre in die Polizeieinheiten des Kosovo nach dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999 folgt nun eine weitere Umwandlung – aus der Polizei soll eine »Kosovo-Armee« werden. (…) Nach der Aussage der Arte-Nachrichten vom 14. Dezember stehen hinter dieser rechtswidrigen Bildung einer Kosovo-Armee die USA und Großbritannien. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic ergänzte diese Aufzählung am gleichen Tag um Deutschland und meinte dazu: »Aber das ist nichts Neues.« (…) Der erste Mann der geplanten Armee, der zuständige Minister Rrustem Berisha, und die Nummer zwei, der stellvertretende Oberkommandierende Rrahman Rama, waren beide seinerzeit für eine Reihe von Verbrechen der Terrororganisation UCK im Kosovo verantwortlich. Unter dem Befehl Berishas stand auch Ramush Haradinaj, heutiger Premier der sogenannten Kosovo-Regierung. Er war Kommandant zuerst der 135. Brigade und seit März 1999 der 138. UCK-Brigade. Diese Brigaden sind bekannt für besonders schwerwiegende Verbrechen und ethnische Vertreibungen der serbischen Bevölkerung des Kosovo. Dabei sind zahlreiche Fälle registriert, in denen es um Folter, Kidnapping, Vergewaltigung und Mord geht. Hier handelt es sich nicht nur um Kommandoverantwortung, sondern auch um direkte Beteiligung (…). Die Aufgabe der neu gegründeten Armee ist, nachdem Haradinaj bereits mitgeteilt hat, dass sie auch in den serbischen Gebieten operieren wird, die restlichen noch im Kosovo verbliebenen ca. 100.000 Serben zu vertreiben und sich mit der Armee Albaniens zu verbinden, auf dem Weg zur Bildung eines »Großalbaniens« bis 2025. Ein »Großalbanien« ist dem Westen offensichtlich lieber als die Bildung eines »Großserbiens«, nachdem die Albaner die idealen Vasallen der NATO und des Westens und die Serben wieder traditionelle Freunde der Russen geworden sind. (…)

Olivera Götz, per E-Mail

Unsichere Zeiten

Zu jW vom 31.12.: »›Trump hat noch nicht genug‹«

Am 29. Dezember telefonierten die beiden Staatschefs noch miteinander, und US-Präsident Donald Trump twitterte anschließend, wie großartig er den chinesischen Präsidenten Xi Jinping finde. In China hofft man, dass dieses Gespräch eine positive Rolle spielt, um das Vertrauen in die chinesisch-amerikanischen Verhandlungen zu stärken. Allerdings beruht diese Hoffnung darauf, dass die Macht der Logik stärker ist als die Lust auf Abenteuer. Die chinesischen Medien appellieren an die Bevölkerung, ihrer Regierung in den Handelsgesprächen zu vertrauen und Geduld zu bewahren. Man stellt sich mit anderen Worten auf unsichere Zeiten ein, wobei Konsens ist, dass die Kerninteressen Chinas auf keinen Fall aufgegeben werden. Es heißt, man habe schon schlimmere Zeiten durchgemacht und sei am Ende aus allen Konflikten gestärkt hervorgegangen. Warum sollte es diesmal anders sein?

Josef Witte, Hefei/China (über die Kommentarfunktion für Onlineabonnenten)

Solidarität mit Iran

Zu jW vom 29./30.12.: »Propaganda und Drohungen«

In der Rückschau fehlt der Blick auf die prekäre Situation der iranischen Bevölkerung, wenn man von der knappen Bemerkung absieht, dass die Folgen der Sanktionen »schwerwiegend« seien. Das ist sehr ärgerlich (…). Wie dreckig es den Menschen dort geht und dass sie täglich um Verbesserungen ihrer Lebensverhältnisse kämpfen, kann man auf Labournet lesen. Diesen Faden mal aufzunehmen hätte ich von der jungen Welt erwartet. In Frankreich gibt es Bemühungen um Kontakte zu dortigen kämpfenden Gewerkschaften; Vertreter aus dem Iran waren vor kurzem hier in Deutschland. (…) Die Menschen im Iran haben Solidarität, die über markige Sprüche hinausgeht, verdient.

Walter Wiese, per E-Mail

Klopp fehlt

Zu jW vom 31.12.: »Listen der Vernunft«

Ich halte es für völlig unverständlich, dass in der Liste der Fußballtrainer Jürgen Klopp nicht aufgeführt wird. Nichts gegen die Leistungen der Herren Gallardo, Génésio, Machín oder Setién, aber Klopp hat den FC Liverpool seit seinem Amtsantritt von einem schwächelnden Riesen zu einem der besten Vereine ganz Europas gemacht. Und gerade im Jahr 2018 hat er mit dem Champions-League-Finale und dem Erreichen der Spitze in der Premier League Beachtliches vorzuweisen. Man müsste ihn meines Erachtens mindestens neben Guardiola einstufen. Mit »Vernunft« hat das für mich nun wirklich nichts zu tun.

Ralph Petroff, per E-Mail

Hilfe beim Aufstehen

Zu jW vom 29./30.12.: »Rote Insel«

Ob jung oder alt, mehr oder weniger politisch tätig, ob Print- oder Onlineleser: Ohne junge Welt würden viele täglich, wie es flapsig heißt, dumm sterben. Zumindest wer glaubt, aus bürgerlichen Tageszeitungen ausgewogen alles zu erfahren, was für die Meinungsbildung wichtig ist, der wird mit jeder jW-Ausgabe feststellen können, wie vieles verschwiegen oder einfach verlogen und heuchlerisch dargestellt wird. Die jW bringt Licht in die Machenschaften der »Herrscher der Welt« und das, was sie unter Freiheit und Demokratie verstehen. Offenbar zunehmend zum Unwillen derer, die über die Bewusstseinsindustrie verfügen. Ganz in staatskapitalistischer Manier wird versucht, die jW über willkürliche Portoerhöhungen vom Markt zu werfen. Lüge, Dummheit, Hass und Profitgier, verbunden mit einem groben Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, dagegen braucht es unser solidarisches Aufstehen – wo gerade so viele aufstehen wollen. Auch dabei und dafür ist junge Welt mehr als eine Hilfe und Orientierung.

Roland Winkler, Aue

Lüge, Dummheit, Hass, Profitgier und ein grober Verstoß gegen Presse- und Meinungsfreiheit, dagegen braucht es solidarisches Aufstehen. Dafür ist junge Welt Hilfe und Orientierung.