Aus: Ausgabe vom 07.12.2018, Seite 16 / Sport

Stresstest bestanden

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»Die Mannschaft gibt nie auf, sie kämpft für jedes Tor und jeden Zentimeter«

Brest. Die deutschen Handballerinnen sind mit einem 30:28 (16:16)-Erfolg gegen Tschechien bei der EM in Frankreich in die Hauptrunde eingezogen. Nach dem bestandenen Stresstest kannte der Jubel keine Grenzen. »Ich bin super erleichtert«, sagte Kapitänin Julia Behnke. »Das war sicherlich nicht unser bestes Spiel, aber wir haben 60 Minuten lang gekämpft und immer an uns geglaubt.« Bundestrainer Henk Groener sah einen »verdienten Sieg« seines Teams: »Die Mannschaft gibt nie auf, sie kämpft für jedes Tor und jeden Zentimeter«, sagte der Niederländer.

Vor 2.930 Zuschauern in der bretonischen Hafenstadt Brest war Kreisläuferin Meike Schmelzer mit sieben Treffern erfolgreichste Werferin des Deutschen Handballbundes (DHB). Dank des Überraschungserfolges zum Auftakt gegen Titelverteidiger Norwegen (33:32) startet das deutsche Team mit zwei Zählern als Gruppenzweiter hinter Rumänien in die zweite Turnierphase. Erster Gegner ist Spanien, heute um 18 Uhr in Nancy. Es folgen Partien gegen Ungarn am Sonntag und die Niederlande am Mittwoch. Die zwei besten Teams qualifizieren sich für das Halbfinale.

In der Partie gegen die Tschechinnen war der DHB-Auswahl der Druck deutlich anzumerken. In der Offensive fehlten der zweitjüngsten Mannschaft des Turniers Tempo und Druck, erst nach viereinhalb Minuten fiel der erste deutsche Treffer durch Xenia Smits.

Tschechien, das am Montag gegen Norwegen die höchste Niederlage seiner EM-Geschichte kassiert hatte (17:31), wusste die Nervosität der DHB-Auswahl zu nutzen und führte nach 17 Minuten mit 12:7. Ähnlich wie bei der 24:29-Pleite gegen Rumänien am Montag ließen die Deutschen in der Deckung zunächst die nötige Aggressivität und Konsequenz vermissen.

Erst kurz vor der Pause stabilisierste sich die vor der EM personell erheblich umgestellte deutsche Mannschaft, in der 26. Minute erzielte die treffsichere Rückraumspielerin Emily Bölk den 14:14-Ausgleich. Im Tor fand die zu Beginn glücklose Dinah Eckerle zu gewohnter Stärke. Nach der Pause waren die DHB-Frauen das bessere Team. Einen beruhigenden Vorsprung vermochten sie aber nicht herauszuspielen, weil sie viele Zeitstrafen kassierten. Was stimmte, war die kämpferische Leistung. Nach einer Dreiviertelstunde gingen sie erstmals mit zwei Toren in Führung (21:19) und gaben diese auch nicht mehr her. (sid/jW)


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