Aus: Ausgabe vom 07.12.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

Protest gegen AfD-nahe Stiftung

Studierende blockierten am Mittwoch abend einen Vortrag des Kuratoriumsvorsitzenden der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, Max Otte. Dazu teilte die Kampagne »Nationalismus ist keine Alternative«:

Bereits im Vorfeld der Vortrages von Max Otte hatten Hochschulgruppen wie auch der AStA der Universität zu Köln die öffentliche Ausladung des AfD-Anhängers gefordert. Der Professor hatte die nationalistischen Ausschreitungen in Chemnitz als »medial völlig verzerrt dargestellte Vorfälle« bezeichnet. Diese verglich er mit dem Reichstagsbrand im Fe­bruar 1933. Entsprechend war die Reaktion in der Studierendenschaft: Bei den Protesten gegen den Vortrag von Max Otte beteiligten sich etwa 200 Personen. Der Abend begann um 18 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Gebäude. Anschließend verlagerte sich der Protest in das Hörsaalgebäude. Den Studierenden gelang es, sämtliche Eingänge zum Hörsaal zu blockieren. Erfolg der Blockade war, dass die Veranstalter zunächst versuchten, den Vortrag in ein anderes Gebäude zu verlegen. Bei dem Ausweichort handelte es sich um das Haus der rechten, pflichtschlagenden Turnerschaft Merovingia-Zittavia zu Köln. Die Demonstranten formierten sich spontan und brachen zu dem rechten Wohnheim auf. Auch dort kam es zu einer Protestkundgebung.

Jan Sperling, Pressesprecher der Kampagne »Nationalismus ist keine Alternative«, sagte zu den Protesten: »Die große Anzahl an Studierenden, die trotz der spontanen Mobilisierung an den Protesten teilgenommen haben, ist ein Erfolg. Damit haben wir auch ein Zeichen für alle Studierenden der Universität zu Köln gesetzt, welche nicht in das nützlichkeitsrassistische bis völkische Bild der AfD passen.«

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) erklärte am Donnerstag in einer Pressemitteilung:

Die Weltklimakonferenz in Katowice, mitten im größten Kohlegebiet Polens, hat begonnen, und Aktivisten der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) sind schon da. Wie auf den Vorläuferkonferenzen in Paris und Bonn unterstützt die Bürgerinitiative die Kampagne »Don't nuke the climate!«. »Den Bestrebungen der Atomwirtschaft, sich als CO 2- freie Alternative zur dreckigen Kohle anzubiedern, soll mit Hilfe dieser internationalen Kampagne Einhalt geboten werden«, erklärt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Gerade das Gastgeberland Polen schiele auf die Atomkraft als Alternative zur Kohle. 2009 schlug die polnische Regierung den Ort Gryfino an der Oder für den Bau eines Atomkraftwerks vor. Proteste auf polnischer und deutscher Seite sorgten dafür, dass dieser Standort kippte. Jetzt bringt die Regierung Zarnowiec ins Spiel, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Gdansk. (…)

Höchste Zeit also, dass in Katowice vom 2. bis 14. Dezember die Staaten – allen voran die Industriestaaten – nach dem Warnruf des Weltklimarats viel ambitioniertere Klimaziele und die entsprechenden Maßnahmen auf den Tisch legen, fordert die BI. Ohne Zusage für einen schnellen und ambitionierten Kohleausstieg durch die Kohlekommission wird auch Deutschland auf internationaler Bühne erheblich an Glaubwürdigkeit einbüßen. »Aber Atomkraft, das muss klar werden, ist keine Alternative.«


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