Aus: Ausgabe vom 05.12.2018, Seite 16 / Sport

Bye-bye, Brasília

Von André Dahlmeyer

Einen wunderschönen guten Morgen! Der kolumbianische Club Deportivo Atlético Huila aus der Stadt Neiva hat am Sonntag in Brasilien die Copa Libertadores der Frauen gewonnen und kolumbianische Fußballgeschichte geschrieben. Die amtierenden Meisterkickerinnen der »Cafeteras« trafen in der Arena da Amazônia von Manaus auf den FC Santos. Die reguläre Spielzeit hatte mit einem Einserremis geendet, das folgende Elfmeterschießen entschieden die Kolumbianerinnen mit 5:3 für sich.

Es waren erst Sekunden gespielt, da erhielt Brena Carolina Vianna de Oliveira die Kugel, zog aus fast dreißig Metern von rechts vor dem Strafraum ab und traf zum 1:0 für den FC Santos in die Reusen. Die gegnerische Torfrau schaute verdutzt und wohl auch ein bisschen angefressen. In der Folge markierten die Brasileñas den Spielrhythmus klar, versäumten es aber, weitere Treffer zu erzielen.

Im zweiten Teil des Matches drückten die Colombianas dem Spiel ihren Stempel auf. Keine zwei Minuten gespielt, Ecke von rechts, die Torfrau segelt am Ball vorbei, und am Fünfer steht goldrichtig die Nummer 13 von Atlético Huila, Gavy Yorely Santos, die nur den rechten Botten hochzuhalten braucht, von dem der Ball ins Tor der Brasileñas segelt. Ausgleich, eins zu eins. Völlig verdient. Und obgleich beide Teams noch zahlreiche hochkarätige Chancen hatten, am Ergebnis änderte sich nichts.

Beim anschließenden Elfmeterschießen mutierte die Torfrau von Atlético Huila, Daniela Solera, zur Superheldin und parierte den vierten Strafstoß von Angelina Alonso Costantino nach vorne weg. Die Parade sicherte den kontinentalen Titel, gefeiert wurde üppig, ja exzessiv.

Ebenfalls vom weißen Fleck entschieden wurde das Spiel um Platz drei zwischen dem Esporte Clube Iranduba da Amazônia (als Gastgeber für die Copa qualifiziert) und dem Club Social y Deportivo Colo-Colo aus Santiago de Chile. Nach der regulären Spielzeit stand es 1:1, nachdem Djenifer Becker die Brasileñas mit 1:0 in Führung gebracht und Nubiluz Rangel für die Chilenas den Ausgleich erzielt hatte. Die Lotterie vom Punkt entschieden die Amazonaskickerinnen dann mit 2:0 für sich.

Das Turnier wurde zum zehnten Mal ausgetragen und ist der einzige internationale Frauenfußballwettbewerb für Vereinsfrauschaften des südamerikanischen Kontinentalverbandes Conmebol. Gekickt wurde zwei Wochen lang und nur im amazonischen Manaus, jeweils ohne Rückspiele. Torschützenkönigin wurde mit vier Treffern Brena vom FC Santos.

Erst zum dritten Mal nach 2012 (CSD Colo-Colo) und 2016 (Sportivo Limpeño aus Limpio in Paraguay) hat die Copa Libertadores de América Femenina kein Team aus Brasilien gewonnen. Rekordgewinnerinnen der Copa sind die »Meninas da Águia« (Mädchen des Adlers) vom São José EC mit drei Titeln (2011, 2013 und 2014). Im Dezember 2014 hatten die Mädchen des Adlers in Tokio gegen den Arsenal WFC auch den Weltpokal gewonnen.


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