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Film

Bertolucci gestorben

Der italienische Filmregisseur Bernardo Bertolucci ist tot. Der 77jährige sei am Montag morgen in seinem Haus in Rom gestorben, sagte eine Sprecherin seiner Agentur der dpa. Er habe an Krebs gelitten. Der für seine Meisterwerke »Der letzte Tango in Paris« (1972), »1900« (1976) und »Der letzte Kaiser« (1987) bekannte Filmemacher hatte 2012 nach zehnjähriger Pause seinen letzten Film (»Ich und du«) in die Kinos gebracht.

Er werde als einer der Größten des italienischen und internationalen Films erinnert werden, erklärten die Internationalen Filmfestspiele von Venedig auf Twitter. Die italienische Tageszeitung La Repubblica nannte Bertolucci den »letzten Meister des italienischen Films«, der nicht nur Regisseur, sondern auch »Dichter, Produzent, Polemiker und brillanter Autor« gewesen sei. Gelobt wurde Bertolucci für die Bandbreite seines Werks, er zählte schon vor seinem Tod zu den Klassikern der Moderne.

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Am 16. März 1941 in Parma als Sohn der Literaturlehrerin Ninetta und des einflussreichen Dichters Attilio Bertolucci geboren, versuchte sich Bernardo zunächst erfolgreich als Lyriker. Seine ersten Filme waren stark von Pier Paolo Pasolini beeinflusst, als dessen Regieassistent er anfangs arbeitete. Schon damals verstand sich Bertolucci als Kommunist und trat 1968 der KP bei. Sein wohl größtes Werk ist das fünfstündige Epos »1900«. Die Geschichte eines Bauernsohns und des Erben eines Großgrundbesitzers, die von Freunden zu Rivalen werden, verhandelt die Klassenkämpfe im Italien der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert vor dem Hintergrund des aufsteigenden Faschismus. Sein größter kommerzieller Erfolg wurde »Der letzte Kaiser« über Pu Yi, den letzten adligen Herrscher von China. Der Film wurde mit neun Oscars ausgezeichnet. In den 90ern wandte sich Bertolucci dem Buddhismus zu. Er saß seit Jahren wegen einer misslungenen Bandscheibenoperation im Rollstuhl. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.11.2018, Seite 10, Feuilleton

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