Aus: Ausgabe vom 13.11.2018, Seite 12 / Thema

»Umwandlung der Gesinnung«

Kriegsniederlage und Revolution mobilisierten auch diejenige bürgerliche Intelligenz, die sich in »Räten geistiger Arbeiter« organisierte. Die politische Entwicklung konnten sie allerdings kaum beeinflussen

Von Jürgen Pelzer
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Karikatur der Literaten in der Rätebewegung in der Zeitschrift Simplicissimus vom 31. Dezember 1918

Die revolutionären Ereignisse der beiden ersten Novemberwochen 1918 führten unter anderem dazu, dass eine gesellschaftliche Schicht, die sich in den Kriegsjahren entweder konformistisch und nationalistisch oder abwartend und passiv, aber nur in seltenen Fällen kriegs- oder gar kapitalismuskritisch verhalten hatte, in Bewegung geriet: die Intelligenz. Viele ihrer Vertreter und Vertreterinnen erwachten in diesen Tagen wie aus einem Alptraum: Der mörderische Krieg war vorbei, und gleichzeitig schien sich die Aussicht auf eine tiefgreifende, das Alte hinwegfegende Revolution zu eröffnen, die der russischen in nichts nachstand. Besonders euphorisch äußerten sich linksorientierte Expressionisten wie etwa René Schickele, der triumphierte: »Jetzt, jetzt endlich. Jetzt! Die neue Welt hat begonnen. Das ist sie, die befreite Menschheit.« Der Zusammenbruch der alten Welt schien greifbar, die Revolution, die sich freilich erst im Anfangsstadium befand, versprach nichts weniger als einen neuen Menschen.

Solche Töne, die vor allem aus dem expressionistischen Lager kamen, mögen im nachhinein reichlich überzogen wirken, doch sie sind letztlich Anzeichen für den lange erhofften Neubeginn und vor allem auch für ein neues Verständnis von einer politisch engagierten Literatur. Ja mehr noch: Einzelne Vertreterinnen und Vertreter der bürgerlichen, der nicht parteigebundenen Intelligenz sahen die Gelegenheit, direkt in die Politik einzugreifen, um sich so aktiv wie möglich für das Gelingen der Revolution, die Etablierung einer neuen Gesellschaftsordnung einzusetzen. Ein entscheidendes Motiv war für fast alle die Notwendigkeit, einen neuen Krieg in Zukunft unmöglich zu machen. Die Schrecken des gerade überstandenen waren jedermann gegenwärtig.

Für Freiheit und Gerechtigkeit

Und so schlossen sich in vielen Städten – in Berlin, München, Bremen, Frankfurt, Hamburg usw. – Intellektuelle zu »Räten« zusammen, das heißt zu basisdemokratischen Gruppen von Künstlern, Literaten, Musikern, Wissenschaftlern, Philosophen usw., die sich – der Zeitstimmung entsprechend, wie Kurt Hiller rückblickend meinte – bewusst als Arbeiter bezeichneten, um jeglichen elitären Dünkel abzustreifen und Solidarität mit jenen spontan gebildeten Räten der Soldaten, Arbeiter und Bauern zu zeigen, die die Monarchie gestürzt hatten. In der zweiten Novemberausgabe der Weltbühne, wie die alte, von Siegfried Jakobsohn herausgegeben Schaubühne seit dem April 1918 hieß, war das Programm eines »Rats geistiger Arbeiter« veröffentlicht worden. Federführend war Kurt Hiller (1885–1972), der bereits in den Kriegsjahren eine »aktivistische«, auf direkte politische Wirksamkeit gerichtete Literaturkonzeption vertreten hatte, die keinen Zweifel an den Prioritäten ließ und vor allem auf neue effiziente Formen literarischer Publizistik abzielte. Das in der Weltbühne veröffentlichte Programm war nicht nur von langer Hand vorbereitet, es hatte auch, wie ausdrücklich vermerkt, bereits »am Vorabend der Revolution, Freitag, am 8. November, fertig vorgelegen«.¹ Es ist also kein bloßer Reflex der Revolution, sondern – wie Hiller andeutete – so etwas wie eine Vorwegnahme. Denn mittlerweile war nicht nur die Monarchie gestürzt und der Waffenstillstand vereinbart, sondern der neu eingesetzte Rat der Volksbeauftragten hatte am 12. November ein provisorisches Regierungsprogramm vorgelegt, das unter anderem die Abschaffung der Zensur, den achtstündigen Arbeitstag und das Frauenwahlrecht vorsah.

Welche Programmpunkte brachte nun der »Rat geistiger Arbeiter« in die Diskussion? Waren sie geeignet, die Revolution zu stärken oder gar weiterzutreiben? Auf welche politischen Parteien oder Gruppierungen stützte sich die Forderungen dabei? Und – ließ sich eine so heterogene Schicht wie die Intelligenz »sammeln« und zu einem politischen Faktor machen?

In der Präambel des Programms kamen bereits die entscheidenden Punkte zur Sprache: die »Unantastbarkeit des Lebens« und der »Schutz der Schöpfung«, womit das radikale Abrücken von einer Politik der nackten Macht und brutalen Destruktivität signalisiert wurde. Die Abschaffung der »Sklaverei in jeglicher Gestalt«, wozu sowohl der brutalisierende Kriegsdienst als auch die »Unterdrückung der Arbeiter durch das kapitalistische System« gehörten. »Persönliche Freiheit« sollte mit »sozialer Gerechtigkeit« einhergehen, die Gesetze menschlicher Vernunft sollten entschlossen durchgesetzt werden, wozu »alle Methoden der Umwälzung« begrüßt wurden, lediglich die »Anarchie« – womit wohl in erster Linie die sowjetischen Bolschewisten gemeint sind – verfiel der Ablehnung, da diese zur »Vernichtung der Kulturgüter« und zur »Blutherrschaft einer Minderheit« führe.

Fehlende Analyse

An der Spitze der aufgelisteten Programmpunkte stand der Krieg, dessen Ursachen allerdings nicht analysiert wurden. Man wollte ihm durch internationale Präventivmaßnahmen beikommen, durch den Völkerbund, der die Abschaffung der Wehrpflicht und ein Verbot militärischer Einrichtungen durchsetzen sollte. Die »Umwandlung der Gesinnung«, das heißt des notorischen deutschen Militarismus, sollte durch eine gründliche Änderung des Geschichtsunterrichts erfolgen. Was die ökonomische Verfasstheit betrifft, so wurde auch hier keine kohärente Analyse vorgelegt, die Einzelpunkte betrafen eine »gerechte Verteilung der äußeren Lebensgüter«, die den technologischen Bedingungen entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit und eine Neuorganisation des Steuersystems, das Schlechterverdienende entlasten sollte, anstatt sie mit indirekten Steuern zusätzlich zu drangsalieren. Daneben fanden sich – vermutlich als Fernziel ins Auge gefasst – Forderungen nach einer »Vergesellschaftung von Grund und Boden«, die »Konfiskation der Vermögen ab einer bestimmten Höhe« und die »Umwandlung kapitalistischer Unternehmungen in Arbeiterproduktivgenossenschaften«.

Weitere Programmpunkte waren die »Freiheit des Geschlechtslebens«, die Herstellung des »Rechtes aller Männer und Frauen, über ihren eigenen Körper zu verfügen«. Ferner: Abschaffung der Todesstrafe und die Trennung von Kirche und Staat. Besondere Aufmerksamkeit galt einer radikalen Reform der öffentlichen Erziehung: Das Programm plädierte für eine Einheitsschule, die vor allem »Denk- und nicht Lernschule« sein sollte. Die Schüler seien an der Verwaltung zu beteiligen, die Qualität des Unterrichts durch »hervorragende Universitätslehrer« zu überprüfen. Das Abitur sollte abgeschafft werden, der erfolgreiche Abschluss der »Kulturschule« berechtige zum Studium. Der Lehrbetrieb an den Universitäten sollte »entgreist« werden, so dass diese wieder zu einer »Hochburg des Geistes« werden könnten. Schulen und Universitäten sollten frei »von jeder staatlichen Bevormundung« sein. Der Ausbau der hier anvisierten »sozialen Republik« sei einerseits durch den Abbau bundesstaatlicher Sonderformen, andrerseits durch Selbstverwaltung auf allen Ebenen zu gestalten. In diesem Zusammenhang wurde auch die »Wählbarkeit der Frauen« gefordert – ein Programmpunkt, der am 12. November von der neuen Regierung erfüllt wurde.

Um das Überhandnehmen wirtschaftlicher Gesichtspunkte in der Kulturpolitik sowie parteibürokratische Erstarrung zu verhindern, bot sich der »Rat« selbst als Kontrollorgan oder Ideengeber an, wobei seine Autorität nicht auf Ernennung oder Wahl beruhe, sondern »aus eigenem Recht« entstehe. Vertrauensleute des »Rates« sollten neben Vertrauensleuten des Reichstags Einfluss bzw. Vorschlagsrechte für die Regierungsbildung sowie die Wahl des Präsidenten haben. »Der Rat geistiger Arbeiter glaubt«, so heißt es abschließend zur Rechtfertigung dieses unverhohlenen Machtanspruchs, »dass unter dieser Verfassung, welche den demokratischen Gedanken vollendet und die Führung durch die Besten gewährleistet, eine Politik der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Vernunft am ehesten möglich und am wirksamsten gesichert ist.«

Ein solches Programm könne freilich nur nach der Einberufung einer konstituierenden Nationalversammlung eingeführt werden. In der Zwischenzeit gelte es, das eigene Programm soweit wie möglich zu verbreiten, eine Aufgabe, der sich Hiller in diesen Wochen intensiv widmete, obwohl die Chancen für eine Einfussnahme auf den Rat der Volksbeauftragten schwanden. Anfangs hatte Hiller hier Kontakte knüpfen können – man hatte dem »Rat« sogar ein Büro im Reichstag überlassen und damit wohl die Illusion genährt, als »geistige Kraft« Teil des neuen politischen Machtzentrums zu werden. Doch der weitere Kurs der Regierung Friedrich Eberts lief bekanntlich auf eine systematische Eindämmung, ja Eliminierung der Rätebewegung hinaus, bei der auch vor dem Einsatz militärischer Mittel nicht zurückgeschreckt wurde. Tatsächlich scheint sich Hiller nach dem Putschversuch Eberts gegen die Räte, dem dann – ausgerechnet auf dem Rätekongress vom 16. Dezember 1918 – deren weitgehende Entmachtung folgte, zurückgezogen haben.

Verpasste Chance

Dies galt aber nicht für die Intellektuellenbewegung »geistiger Räte« insgesamt, die sich noch bis Frühjahr 1919 versammelten und politischen Einfluss zu nehmen suchten. Man kann das etwa an der Tätigkeit Heinrich Manns (1871–1950) ablesen, des Vorsitzenden des Münchner Rates, der am 13. November zum ersten Mal tagte. Die Bedingungen im gerade erst proklamierten »Freistaat Bayern« waren insofern anders, als dort mit Kurt Eisner von der USPD, also der kriegskritischen Abspaltung von der MSPD, ein Ministerpräsident regierte, der sich von Anfang an auf die Soldaten-, Arbeiter- und Bauernräte, denen er seine Wahl verdankte, stützte und der während seiner nur 100 Tage währenden Amtszeit um eine Vermittlung von Rätedemokratie und Parlamentarismus bemüht blieb. Heinrich Mann sprach in seiner Eröffnungsrede von der Aufgabe, das von der Revolution Erreichte zu sichern und auf dem »jetzt gegebenen Grunde des sozialen Volksstaates« weiterzubauen, und zwar im Sinne eines freiheitlichen, auf europäische Verständigung abzielenden Humanismus.² Es sei Aufgabe einer Nationalversammlung, die sozialen Reformen zu verwirklichen, die sich alle arbeitenden Schichten erhofften. Die Funktion der geistigen Arbeiter sei – wie Mann betont – »eine dienende«, keine an der Macht partizipierende. Vielmehr sollten die sich über ganz Deutschland ausbreitenden Zusammenschlüsse der »Geistigen« ihre Abgeordneten in die jeweiligen Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte entsenden, um so politisch wirksam zu werden.

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»Einen Radikalismus gibt es, der alle wirtschaftlichen Umwäl­zungen hinter sich lässt. Es ist der Radikalismus des Geistes.« Heinrich Mann in seiner Ansprache im »Politischen Rat geistiger Arbeiter«, München, am 22. November 1918 (Aufnahme um 1930)

Gut eine Woche später – die Rede vom 22. November wurde am 1. Dezember unter dem Titel »Sinn und Idee der Revolution« publiziert – präzisierte Mann seine Vorstellungen. Die militärische Niederlage sah er als Chance, nur sie habe die Revolution ermöglicht – ein Sieg oder auch ein früherer Friedensschluss hätten sie verhindert. Nun biete sich die Gelegenheit, einen Staat zu begründen, der auf dem Prinzip der Gerechtigkeit beruhe, einer Gerechtigkeit, die nur durch eine »weitgehende Verwirklichung des Sozialismus« zu erreichen sei. Das verflossene Kaiserreich habe auf dem Prinzip »Macht anstatt Recht« basiert, was nicht nur nach außen, sondern auch nach innen Krieg bedeutet habe. Individuelle Rechte seien dem Regime so gleichgültig und verdammungswürdig gewesen wie die Forderung nach nationaler Selbstbestimmung.

In der Revolution erkannte Mann die Chance einer Umorientierung auf Rationalität und Einsicht statt auf Macht. Die Kritik an der Macht führte ihn zur Verabsolutierung der Idee, des Geistigen. So solle etwa die geplante Sozialisierung nicht auf der »zufälligen Macht« der gerade Herrschenden, sondern auf der »Einsicht und dem Gewissen der meisten« beruhen. Apodiktisch heißt es: »Diktatur, selbst der am weitesten Vorgeschrittenen, bleibt Diktatur und endet in Katastrophen.«

Mann bezog also – wie zuvor schon Hiller – Position gegen das bolschewistische Revolutionskonzept und plädierte statt dessen für einen Radikalismus des Geistes, der auf Änderung der Gesinnung abzielte. Der Sozialismus, den Mann im Auge hatte, das war die Idee einer ausgleichenden gesellschaftlichen Ordnung, die auf den weithin geteilten Prinzipien von Vernunft und Ethik ruhte. Die Existenz »revolutionärer Fanatiker« wertete Mann zwar als verständliche, aber missliche Reaktion auf jene »alldeutschen Fanatiker«, die »bis gestern das Wort hatten und nur darauf warten, es wieder an sich zu reißen, um womöglich das Land noch einmal zu entvölkern«. Dementsprechend bestehe die Aufgabe nunmehr darin, echte Republikaner, das heißt Bürgerinnen und Bürger eines Vernunftsstaates, zu erziehen, die sich an europäisch verbrieften Werten wie Gerechtigkeit, Freiheit und Wahrheit orientierten. Nur so, ohne Putsch oder Gewaltanwendung, ließen sich die alten Machtstrukturen überwinden, nur so könne eine wahre Umwälzung der Gesellschaft gelingen.

Internationale der Menschlichkeit

Mann hielt an dieser Linie auch dann noch fest, als Ebert mit Hilfe der alten, monarchistischen Machtorgane begann, erst die Rätebewegung zu neutralisieren, und dann alle jene rücksichtslos mit Waffengewalt bekämpfte, die »eine zweite«, wirklich sozialistische Revolution wollten. Auch nach dem Mordanschlag auf den um Ausgleich bedachten Kurt Eisner änderte er seine Position nicht; vermutlich vor allem deshalb, weil er eine bolschewistische Machtübernahme als Fortsetzung undemokratischer (und ungeistiger) Machtpolitik ablehnte. Mann gab sich – vielleicht realistisch – mit dem Staat zufrieden, der immerhin die bürgerlichen Ideale von 1848 realisierte und damit die Bedingungen für das Wirken des »Geistes« schuf.

Er vertraute weiterhin auf die heilsamen Folgen der Niederlage, da sie für alle sichtbar demonstriert habe, dass der blinde Glauben an Macht, an Kanonen, an den Kult des Nationalen, an die grässliche »Herrenvolkmentalität«, welche die Zerstörung humanistischer oder gar demokratischer Konzepte in Kauf nahm, in die Katastrophe führe. Gesiegt habe im Weltkrieg letztlich nur einer: der Geist, und zwar deshalb, weil sich die geistlose, unethische Macht als fürchterliche Destruktivkraft erwiesen habe. Die Beziehung auf geistig-ethische Konzepte verbinde Deutschland auch wieder mit den ehedem verfeindeten Nationen des Westens. Die geistigen Arbeiter könnten auf diese Weise »unter den Ersten sein, die Deutschland mit der Welt versöhnen«. In einem Brief an Henri Barbusse ist sogar von einer »Internationale der Menschlichkeit« die Rede. Gelänge die »Revolutionierung der Geister« im Sinne der Gerechtigkeit, der vernünftigen Organisation der Gesellschaft sowie einer »ehrlichen Menschenliebe«, würde dies künftige Kriege ausschließen.

Mann und Hiller waren die beiden wohl wichtigsten Repräsentanten der »Räte«, die wohl tatsächlich eine gewisse Mobilisierung, wenn auch sicher nicht Revolutionierung der intellektuellen Schichten erreicht haben. Es gärte in den Novembertagen unter der Intelligenz. Dem Aufruf zu einer unter anderem von Käthe Kollwitz und Albert Einstein organisierten Massenveranstaltung in Berlin am 10. November folgten 100.000 Menschen. Hiller und Mann bezogen bei aller Betonung des »Geistigen« – damals offenbar eine wirksame (da inklusive) Propagandaformel – durchaus unterschiedliche Positionen. Hiller gab sich zwar radikaldemokratisch, ging aber von elitären Konzepten aus und war letztlich an Machtteilhabe interessiert. Mann trat für eine weit bescheidenere Rolle der geistigen Arbeiter ein, die als Diener in einem Erziehungs-, Humanisierungs- und Emanzipationskonzept fungieren sollten. Beide, Hiller wie Mann, scheuten das Anarchische oder gar Bolschewistische, Kontakte zu den Politikern und Theoretikern des Spartakus – wie dies etwa bei Franz Pfemfert, dem Herausgeber der Aktion der Fall war – hatten sie nicht. Mann dürfte die Ereignisse der Münchner Räterepublik, die er hautnah miterleben konnte, mit Abscheu betrachtet haben, da sie die Revolutionierung der Verhältnisse nicht idealistischen Appellen überlassen wollten, sondern statt dessen die politische Macht übernahmen. Dass die Reaktion brutal zurückschlagen würde, hatte er vorausgesehen. Auch der basisdemokratische Rätegedanke sollte bald der Geschichte angehören. Seine Auswirkungen waren freilich noch in der Weimarer Republik spürbar, denn immer wieder haben sich Autoren und Autorinnen, stets in Gruppen zusammengeschlossen, für demokratische Anliegen engagiert.

Anmerkungen

1 Rat geistiger Arbeiter, Die Weltbühne 14, 1918, Nr. 47, S. 473–475

2 Zitiert wird nach Heinrich Mann, Kritische Gesamtausgabe, Essays und Publizistik, Band III, 1. Teilband, Bielefeld, 2015, S. 17 ff.

Jürgen Pelzer ist Literatur- und Kulturwissenschaftler und schrieb an dieser Stelle zuletzt am 8. September über Brechts Stück »Das Leben des Galilei«.


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Nach russischem Vorbild Deutschlands unvollendeter Bruch mit der alten Ordnung