-
29.10.2018
- → Inland
Erdogan-Kritiker droht Abschiebung
Hamburg. Der Journalist Ertugrul »Adil« Yigit soll nach mehr als 35 Jahren Deutschland verlassen. Der in Hamburg lebende politische Flüchtling aus der Türkei habe statt der beantragten Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis die Aufforderung erhalten, bis zum 22. Januar aus der BRD auszureisen, berichtete am Sonnabend das Onlinemedium Ahval News. Das mehrsprachige Portal war von Kollegen Yigits im Exil gegründet worden. Yigit selbst war einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgeworden, als er während des Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Ende September dessen Auftritt mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Bundespressekonferenz in Berlin genutzt hatte, um mit dem T-Shirt-Aufdruck »Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei« zu protestieren. Der 60jährige war sofort von zwei Sicherheitsleuten aus dem Saal geworfen worden. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!