Aus: Ausgabe vom 09.10.2018, Seite 5 / Inland

Studentenbuden immer teurer

WG-Zimmer und kleine Bleiben zehren großen Teil des Monatsbudgets auf

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Auf der Suche: Zwei Studentinnen betrachten die Wohnungsanzeigen am Schwarzen Brett in der Mensa der Ludwig-Maximilians-Universität München

Studentenwohnungen in den deutschen Hochschulstädten haben sich deutlich verteuert. Studenten müssen 2018 real zwischen 9,8 Prozent (Greifswald) und 67,3 Prozent (Berlin) mehr Miete zahlen als noch 2010. Das geht aus dem am Montag vorgestellten Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. Die Forscher untersuchten die Mietpreisentwicklung für eine Musterwohnung von 30 Quadratmetern mit durchschnittlicher Ausstattung und guter Anbindung zur Uni.

Im ersten Halbjahr 2018 zogen die Mieten real zwischen 2,2 Prozent (Greifswald) und 9,8 Prozent (Berlin) gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. In Heidelberg, Frankfurt am Main und Bamberg lag das Plus bei über sechs Prozent. Mit 600 Euro im Mittel bezahlen Studenten in München deutschlandweit am meisten, gefolgt von Frankfurt am Main mit 488 Euro monatlich. Am günstigsten lässt es sich derzeit in Magdeburg wohnen. Dort verlangen Vermieter im Schnitt 200 Euro. Zu den preiswertesten Universitätsstandorten mit unter 300 Euro Miete gehören auch Leipzig, Jena, Greifswald, Kiel, Göttingen und Aachen.

Die Studie basiert auf Daten von Internetportalen, die Studentenwohnungen vermitteln. Das IW wollte untersuchen, welche Inserate Studenten finden, wenn sie in eine neue Stadt ziehen, kein Wohnheimzimmer erhalten und ausschließlich auf Onlineangebote angewiesen sind. »Die Zahl der Inserate ist noch hoch, aber rückläufig«, sagte Studienleiter Michael Voigtländer. In Großstädten, wo die Lage besonders angespannt sei, konkurrierten die Studenten zunehmend mit Senioren, Berufseinsteigern und Pendlern. »Nur der Bau neuer Wohnungen entspannt die Lage«, erklärte Voigtländer.

Was der Mietanstieg für die Lebenshaltung der Studenten bedeutet, zeigt ein Blick auf ihr Budget: Je nach Hochschulstandort müssen inzwischen bis zu zwei Drittel des Einkommens für ein Dach über dem Kopf aufgewendet werden. (dpa/AFP/jW)


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