Aus: Ausgabe vom 19.09.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Doppelter Eintopf

Krieg der Träume | Mo., 22.45, ARD

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Wie gut, dass Tschechen und andere nach dem Ersten Weltkrieg in Russland intervenierten: So kann die junge Kosakin Maria Jurlowa den bösen »Roten« in die USA entkommen

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg und hinterließ Chaos, zerrüttete Existenzen und einen Schiedsrichter namens USA. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich zumindest die erste Episode des TV-Dreiteilers »Krieg der Träume 1918–1939« bringen. Und weil diese technisch gut gemachte Collage aus Spielszenen und historischen Filmaufnahmen gleich zweimal im Fernsehen kam (auf Arte lief sie schon vom 11. bis 13. September, die ARD strahlt sie in dieser und in der kommenden Woche aus), machen wir halt auch einen doppelten Nachschlag (siehe jW vom 17.9.). Überzeugen kann die aufwendige Produktion allerdings nicht. Hans Beimler, der 1936 in Spanien im Kampf gegen den Faschismus starb, und Rudolf Höß, der spätere Kommandant des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, werden da gleichrangig als durch den Krieg radikalisierte Existenzen porträtiert, das Großkapital spielt keine Rolle, und ansonsten wird alles mit Liebesgeschichten und ähnlichen Schmonzetten zugekleistert. (scha)


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