Aus: Ausgabe vom 14.09.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Im Sinne des Kapitals

Geheimakte Finanzkrise | Mi., 22.45 Uhr, ZDF

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Hans Eichel (SPD) erließ in seiner Zeit als Finanzminister (1999 bis 2005) Spekulanten großzügig Steuern

Der Journalist Dirk Laabs fühlt der Deutschen Bank auf den Zahn. Von wegen in der Krise keine Staatsknete in Anspruch genommen. Mehr als 70 Milliarden Dollar nahmen Ackermann und Co. allein aus Washington entgegen. Laabs macht die Heuchelei sichtbar. Hans Eichel (SPD), Finanzminister von 1999 bis 2005, bedachte die Banken in seiner Amtszeit mit Steuervorteilen, wenn sie Derivate handelten. Im Interview erklärt er, dass Derivate »Massenvernichtungswaffen« sind, »hätten uns auch hochbezahlte, hochverantwortliche deutsche Banker sagen können, und wir hätten dann auch vielleicht andere Gesetze gemacht«. Schon 2002 habe er über die Verstaatlichung deutscher Großbanken nachgedacht, aber in der »damaligen politisch-ökonomischen Denke der Zeit« wäre er verspottet worden. Der heutige Chefökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, meint: »Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden.« (sz)

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