Aus: Ausgabe vom 08.09.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Fake Maaßen

Chemnitz – Stadt in Aufruhr | Di., 22.45, ARD

1_Chemnitz_Stadt_im_Aufruhr.jpg
Erwin Feige, Gartennachbar von Daniel H., am Tatort. Der Tod von H. wurde von Rechten ausgiebig instrumentalisiert

Der Bundesinnenminister und Sachsens Ministerpräsident tun alles dafür, den sich in Chemnitz austobenden Brüllbürgern, Hitlergrüßern und Menschenjägern einen Persilschein auszustellen, und benennen die »wahren Schuldigen«: Migranten und Medien. Am Freitag schloss sich der Verfassungsschutzchef an: Das einen Neonaziangriff zeigende Internetvideo hält er für Fake, dafür sprächen »gute Gründe«. Welche das sein sollen, behielt er selbstverständlich für sich. Maaßen sei diese sehr ausgewogene und facettenreiche Doku über die Stadt und ihre Einwohner empfohlen. Es gibt nicht nur die bereits bekannten Szenen der Übergriffe zu sehen. Ein Geflüchteter hat zum Beispiel Hunderte Neonazis, die an seinem Fenster vorbeiziehen, gefilmt. »Deutschland den Deutschen, Ausländer raus«, und: »Wir sind die Fans, Adolf Hitler, Hooligans«, schreien sie. Zur Bekräftigung zeigen sie ihm die Geste vom Kehle durchschneiden. Der junge Syrer muss Profi in Videobearbeitung sein.(mme)

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Mehr aus: Feuilleton