Aus: Ausgabe vom 06.09.2018, Seite 15 / Medien

Erwählte Klassen: Werden die Schüler Schüler bleiben oder zu Darstellern?

Erwählte Klassen: Werden die Schüler Schüler bleiben oder zu Darstellern? Bild: MG RTL D/Andreas Friese

Schule als Liveact

Hamburg. Wenn die Ideen der Fernsehmacher ausgehen, wird abgekupfert: Für die Adaption einer britischen Serie wurde die Albert-Schweitzer-Ganztagsschule in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) mit 30 Kameras verkabelt. Dies berichtet u. a. das Hamburger Portal Meedia auf seiner aktuellen Seite. »Multi Rig Documentary« nennt sich das Format im Fernsehsprech. Zusätzlich wurden demnach Interviews mit den Protagonisten geführt. Im wesentlichen wurden laut Meedia zwei 5. und zwei 9. Klassen vom Fernsehteam begleitet.

»Unbeteiligte« Schüler wurden jeweils unkenntlich gemacht. Das ist nicht unwesentlich, denn bei so einem Format können Persönlichkeitsrechte problematisch sein. Meedia erinnerte daran, dass RTL 2013 für die Dokureihe »Babyboom« eine Geburtsklinik in Berlin mit 24 Kameras ausstatten und die dortigen Geschehnisse zum Zugucken aufbereiten wollte. Der Berliner Senat stoppte damals die Dreharbeiten wegen Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte der Kinder. Die Doku wurde abgeblasen. (jW)

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Mehr aus: Medien
  • »Führendes Pilzland«: Das Abendprogramm vom Montag in Staats- und Privatfernsehen steht symptomatisch für die Medienbetreuung der Bevölkerung
    Reinhard Lauterbach