Aus: Ausgabe vom 29.08.2018, Seite 16 / Sport

Auswärtsschwach! Latin Lovers. Von André Dahlmeyer

Von André Dahlmeyer
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Da lang geht›s nach oben: Diego Aguirre, Trainer des »Tricolor Paulista«, am Sonntag

Einen wunderschönen guten Morgen! Am 21. Spieltag der brasilianischen Meisterschaft nullnummerte Internacional aus Porto Alegre (mit dem Ex-Wolfsburger Andrés D’Alessandro) zu Hause im Beira-Rio-Stadion gegen Palmeiras. Der FC São Paulo, ärgster Widersacher im Kampf um die Tabellenführung, zog mit einem 1:0 Heimerfolg vor 60.000 Zuschauern im ausverkauften Morumbi-Stadion gegen den Arbeiterverein Ceará Sporting Club aus Fortaleza im Nordosten des Landes davon. Mit drei Punkten Vorsprung führt São Paulo nun die Tabelle des Brasileirão an. Den Treffer für das Team des Uruguayers Diego Aguirre (ehemals San Lorenzo) markierte Mittelfeldspieler Bruno Peres in der ersten Halbzeit. Zum Mann des Tages avancierte Gästetormann Everson mit spektakulären Paraden. Während der »Tricolor Paulista« erst zwei Saisonspiele verloren hat, sieht die Realität beim »Vovô« (Großvater) aus Fortaleza trister aus: Mit 28 Punkten Rückstand auf São Paulo und lediglich zwölf erzielten Treffern liegt der Pokalfinalist von 1994 auf dem 19. und damit vorletzten Rang der Tabelle.

Vier Punkte hinter der Spitze liegt nun bereits Flamengo aus Rio de Janeiro zurück, das am Wochenende im Independência-Stadion von Belo Horizonte gegen den América FC trotz zweimaliger Führung und solider Gesamtleistung nur 2:2 spielte. Angeführt von Diego, brachten die Cariocas (Einwohner von Rio) das Match nach einem Platzverweis für ihren kolumbianischen Nationalspieler Gustavo Cuéllar in Unterzahl zu Ende. Die Gastgeber, Exteam des legendären Tostão (Weltmeister von 1970), liegen mit 19 Punkten Rückstand auf die Spitze auf Rang neun.

Erzrivale Atlético Mineiro (Rang sechs) verlor beim EC Vitória im Lixão-Stadion von Salvador da Bahia mit 0:1. Das goldene Tor für den Exverein von Bebeto (Weltmeister 1994, heute Parlamentsabgeordneter in Rio für die Demokratische Arbeiterpartei) und dem ehemaligen deutschen Juniorennationalspieler Alexander Baumjohann (aktuell bei den Western Sydney Wanderers angestellt) gelang Léo Ceará, der anschließend in Tränen ausbrach: Es war sein erstes Tor für den EC Vitória (Rang 14).

Cruzeiro (Rang sieben), ebenfalls aus Belo Horizonte, machte es besser und besiegte vor eigenem Publikum im Mineirão niemand Geringeren als die Cariocas von Fluminense (Rang zehn). Raniel, nominell einzige Spitze des Teams von Mano Menezes, hatte die Gastgeber nach einer Viertelstunde in Front gebracht, Henrique Pacheco de Lima, defensiver Mittelfeldspieler und Kapitän von Cruzeiro, nach einer halben Stunde per Eigentor ausgeglichen. Der Siegtreffer fiel schließlich in Minute 73 wiederum per Eigentor durch Ayrton Lucas Dantas de Medeiros, Linksverteidiger des Flu, nun denn.

Es gab acht Heimsiege und zwei Remis – kein Gästeteam konnte einen Dreier verbuchen. Hinter São Paulo, Internacional und Flamengo folgen mit Palmeiras und Copa-Libertadores-Gewinner Grêmio aus Porto Alegre zwei Teams, die mit acht Punkten Rückstand noch zum engeren Aspirantenkreis auf den Titel der »Brasucas« zu zählen sind. Grêmio musste am Sonnabend in der Arena da Baixada von Curitiba (Bundesstaat Paraná) bei Atlético Paranaense (Rang 16) Lehrgeld zahlen und ließ bei der 1:2 Niederlage wichtige Punkte liegen. Die frühe Führung nach neun Minuten durch einen Strafstoß des Ex-Herthaners Cícero Santos war zuwenig für die Truppe von Renato Gaúcho, dem Schrecken aller HSVer. Die Torjägerliste der Meisterschaft führt der 21jährige Pedro (Fluminense) mit dürftigen zehn Einlochungen an.

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