• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 25.08.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Kanadische Pfannkuchen

Von Ina Bösecke

Michael McGowans Film »Saint Ralph – Wunder sind möglich« (2004) zeigt uns endlich, wie Gott wirklich aussieht, nämlich wie der Weihnachtsmann. So begegnet er zumindest Ralph Walker (Adam Butcher), einem 14jährigen Jungen, der in der kanadischen Stadt Hamilton lebt und dort eine katholische Privatschule besucht. Der Weihnachtsmann, beziehungsweise Gott, erscheint ihm allerdings nach einem mittelschweren Sportunfall (er fällt vom Kletterseil aus ca. fünf Metern Höhe). Gott ist auch gar nicht so herrisch und omnipotent, wie sich das manch einer vielleicht vorstellt. Er gibt Ralph zwar den Auftrag, am Boston-Marathon teilzunehmen, hält sich sonst aber mit Anweisungen zurück. Später feuert er diesen lediglich noch wie dessen Trainer Pater Hibbert (Campbell Scott) beim Rennen an.

Der Film hat nur komödiantische Elemente, der Hintergrund aber ist ernst. Ralphs Vater starb vor einigen Jahren, die Mutter liegt im Krankenhaus im Koma, der Junge lebt allein im Haus, versucht das aber vor den Erwachsenen und vor allem vor dem strengen Schuldirektor zu verbergen. Die Entschuldigungen schreiben nicht die Großeltern, wie Ralph behauptet, sondern sein bester Freund Chester (Michael Kanev). Ralph hat immer eine eigene Meinung zu allen Themen, was in den 50er Jahren in einer katholischen Privatschule nicht gern gesehen wird. Als er zu allem Überdruss auch noch auf die Idee kommt, am Boston-Marathon teilzunehmen, weil Hibbert mal erwähnt hat, dass ein Sieg bei einem Marathon einem Wunder gleichkomme und Ralph genau das braucht: ein Wunder, sieht ihn der Schulleiter als gefährlichen Querulanten an und verbietet ihm die Teilnahme.

Streckenweise mutet der Film wie »Rocky« an, nur ohne dessen aufpeitschende Musik. Ralph gilt zunächst als komischer Typ, der von seinen Mitschülern kaum Anerkennung bekommt. Er ist das Gegenteil einer Sportskanone und raucht. Aber dann kommt dieser unbändige Wille, es zu schaffen. Und er rennt, und er rennt, und er rennt. Das Wunder soll nicht geschehen, er will es sich erkämpfen. Damit seine Mutter wieder aus dem Koma erwacht. Absolut kitschig und total toll.

Menschen, die viel rennen, dürfen das folgende kalorienreiche Frühstück ohne mit der Wimper zu zucken jeden Tag zu sich nehmen: Kanadische Pfannkuchen mit Speck und Ahornsirup: 150 g Mehl in einer Schüssel mit zwei TL Backpulver, einem EL Zucker und einer Prise Salz vermischen. Zwei Eier trennen. Eigelb mit 100 ml Milch, 100 ml Wasser und zwei EL Pflanzenöl zum Mehl geben und einen glatten Teig rühren. Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben. In einer Pfanne einen EL Öl erhitzen und etwas Teig mit einem Schöpflöffel hineingeben. Wenn sich der Teigrand braun gefärbt hat, den Pfannkuchen wenden und auch von der anderen Seite goldbraun backen. So weiterarbeiten, bis der Teig verbraucht ist. Fertige Kuchen warmstellen. In einer anderen Pfanne die Speckscheiben in etwas Öl knusprig braten und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zum Servieren die Pfannkuchen auf Teller verteilen, mit Ahornsirup begießen und die Speckscheiben dazu anrichten.


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