Aus: Ausgabe vom 25.08.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Schwarze Macht

Kaffee oder Tee | Do., 16.05 Uhr, SWR

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Im Schnitt zwei Tassen schlürft hierzulande jeder täglich

»Die Katze lässt das Mausen nicht«, heißt es schon in Bachs berühmter Kaffeekantate über die Beliebtheit des Getränks. Versorgungsengpässe bei diesem Belebungsmittel kann sich keine Obrigkeit erlauben. Manchem Leser dieser Zeitung krümmt sich heute noch der Magen, wenn er an die Kaffeekrise Ende der 1970er Jahre in der DDR zurückdenkt. Die Produktionsschlacht kam zum Erliegen, die Werktätigen kippten die Ersatzmischung in den Ausguss. Die Partei knickte ein, der Beschaffung von Devisen mussten die heiligsten Prinzipien weichen, das Ende vom Lied ist bekannt.

Mit der als Heißgetränk verabreichten Droge wird weiter ein Milliardengeschäft gemacht. Den Markt im einigen Vaterland teilen sich nur wenige, und das wenigste davon wird fair gehandelt. Ob auf Baustellen oder in Beamtenstuben, ohne Kaffee springt der Motor der Leistungsgesellschaft gar nicht erst an. Dabei ist die Brühe oft ein Graus. Aha, Verbrauchermagazin: »Letztlich sind es immer die einzelnen Zutaten, die das tolle Endprodukt ausmachen.« (pst)

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