Aus: Ausgabe vom 10.08.2018, Seite 1 / Inland

20 Wochen Dauerprotest

Kampagne »Büchel ist überall! Atomwaffenfrei jetzt« beendet »Aktionspräsenz« am Fliegerhorst

Auftakt_Friedensakti_56772824.jpg
Auftakt der Aktionsreihe am 26. März in Büchel, Rheinland-Pfalz

Die Kampagne »Büchel ist überall! Atomwaffenfrei jetzt« hat am Donnerstag ihre 20wöchige Aktionsreihe am Fliegerhorst Büchel in der Eifel abgeschlossen. Seit dem 26. März hatten Gruppen aus ganz Deutschland sowie internationale Gäste an Ort und Stelle dafür demonstriert, dass die in Büchel stationierten Atomwaffen abgezogen werden. Außerdem forderten sie den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen. Den Abschluss der »Aktionspräsenz« in Büchel bildete eine Andacht, die um 11.02 Uhr, dem Zeitpunkt des Atombombenangriffs auf die japanische Stadt Nagasaki vor 73 Jahren, begann.

»Die Opfer der Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki mahnen uns, für eine atomwaffenfreie Welt einzutreten«, erklärte der Sprecher der Kampagne, Marvin Mendyka. »Die Gefahr eines Atomkriegs ist heute so hoch wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.« Deutschland müsse »dringend aktiv werden für Abrüstung, die Atomwaffen aus Büchel abziehen lassen und dem UN-Atomwaffenverbot beitreten«, so Mendyka.

Insgesamt hatten sich nach Angaben der Organisatoren 40 Gruppen und rund 2.000 Menschen an den Aktionen beteiligt. Nach dem traditionellen Ostermarsch, zu dem in Büchel dieses Jahr rund 400 Menschen gekommen waren – so viele wie nie zuvor, hieß es – hatten im Sommer spektakuläre Aktionen des zivilen Ungehorsams stattgefunden. So blockierten rund 50 Friedensaktivisten am 20. Juli drei Stunden lang zentrale Zufahrten des Fliegerhorstes.

Die Kampagne »Büchel ist überall! Atomwaffenfrei jetzt« ist Teil des weltweiten ICAN-Netzwerkes, welches im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Am Donnerstag endete auch die Fastenaktion des Pfarrers im Ruhestand Matthias Engelke, die er seit 2010 jeweils zwischen den Jahrestagen der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki wiederholt. Allerdings fängt er für jedes weitere Jahr, in dem in Deutschland Atomwaffen lagern, einen Tag früher an. Vom 5. August, dem Vorabend des Hiroshima-Gedenktags, musste er den Beginn des Fastens seither schrittweise auf den 28. Juli vorverlegen. (jW)

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Mehr aus: Inland
  • Gegen Übertragung von Schulen in privatrechtliche Gesellschaft: Berliner Initiative geht in die nächste Runde. Ein Gespräch mit Carl Waßmuth
    Ralf Wurzbacher
  • Bundestag veröffentlicht aktuelle Auflistung der Großspenden an Parteien. CDU unangefochtener Spitzenreiter
    Marc Bebenroth
  • Prozess in Berlin wegen G-20-Plakats. Freispruch nach unklaren Aussagen von Beamten
    Jan Greve
  • Ärztliche Fortbildungen sind oft reine Werbeveranstaltungen der Pharmaindustrie. Steigende Profite dank sinkender Qualität der Qualifizerungsangebote
    Ralf Wurzbacher
  • Axel Hilpert, früherer DDR-Funktionär und Hotelbetreiber verbüßte seit einem Monat eine Haftstrafe
    Dieter Schubert
  • Kundgebung gegen Krieg und Rassismus am Sonnabend in Berlin-Kreuzberg. Ein Gespräch mit Thomas Rüland
    Milan Nowak