Aus: Ausgabe vom 07.08.2018, Seite 16 / Sport

Eine Wucht

Von Marek Lantz
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Unruheherd auf und neben dem Platz: Cottbus’ Torjäger Streli Mamba (r.) zieht es nach Paderborn

Mit einem überraschenden 2:0-Auswärtssieg beim Mitfavoriten SV Wehen-Wiesbaden hat sich Aufsteiger Energie Cottbus an die Spitze der 3. Liga gesetzt. »Ich bin trotz sechs Punkten nicht euphorisch«, gab sich der sonst so gern aufbrausende Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz ungewohnt schnoddrig, aber freuen tat er sich doch. »Für den Moment«, wie er hastig hinterherschob. Torjäger Streli Mamba erzielte am zweiten Spieltag beide Treffer für die Lausitzer – und damit sind wir schon beim Unruhepotential. Mamba hat bereits angekündigt, seinen im nächsten Sommer auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Mit Zweitligaaufsteiger SC Paderborn soll er sich bereits einig sein. Gut möglich also, dass der SCP noch vor Ende der Transferperiode zum 31. August einen Vorstoß unternimmt, den Goalgetter schon in diesem Sommer von Energie loszueisen.

Neben den Cottbusern haben auch der VfL Osnabrück (2:0 in Meppen) und der vor der Runde von vielen Experten als Abstiegskandidat gehandelte FC Carl Zeiss Jena die Maximalpunktzahl von sechs eingeheimst. Die Jenenser kehrten mit einem 2:1-Erfolg im Gepäck vom Gastspiel bei Preußen Münster zurück und feierten damit saisonübergreifend den sechsten Sieg in Folge. Maximilian Wolfram und Felix Brügmann schossen Carl Zeiss schon zur Pause mit 2:0 in Front, anschließend verteidigte man bei brütender Hitze bis zur 96. Minute verbissen. Brügmann strahlte hinterher wie das berühmte Honigkuchenpferd: »Für mich hätte es nicht besser laufen können: erstes Spiel, erstes Tor und auch noch gewonnen.«

Einen richtig guten Start legt bislang auch der FSV Zwickau hin. Beim Vorjahresdritten Karlsruher SC hieß es nach 90 Minuten 1:1. FSV-Torschütze Davy Frick befand dennoch: »Das war ärgerlich«, denn der Ausgleich gelang dem KSC erst in der Schlussminute. Doppeltorschütze Cebio Soukou führte Hansa Rostock beim 2:0 gegen Exzweitligisten Eintracht Braunschweig zum ersten Sieg im neuen Spieljahr. »Die Liga ist verrückt: Wir haben gegen einen Aufsteiger verloren und gegen einen Absteiger gewonnen«, wunderte sich nach dem Abpfiff Hansa-Coach Pavel Dotchev, denn zum Auftakt hatte man sich Energie geschlagen geben müssen. Dagegen wartet der Hallesche FC als einziger Ostverein noch auf sein erstes Pünktchen. Nach der 1:2-Heimschlappe gegen Fortuna Köln ziert man das Tabellenende.

Ihren ersten Sieg, noch dazu einen der rauschenden Sorte, fuhr zeitgleich die Drittliga-Operette TSV 1860 München ein. Mit 5:1 fertigten die Löwen die Sportfreunde Lotte ab. Deren Abwehrchef Adam Straith stöhnte nach der Packung: »Wir wussten zwar, dass Sechzig zwei Ochsen vorne drin hat. Aber wir haben die beiden nie in den Griff bekommen«. Sascha Mölders und Adriano Grimaldi heißen die Rindviecher. »Die beiden sind schon eine Wucht«, schmunzelte auch Sechzig-Coach Daniel Bierofka.

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