Aus: Ausgabe vom 02.08.2018, Seite 7 / Ausland

Bild: Argentine Presidency/Handout via REUTERS

Macri schickt das Militär auf die Straßen Argentiniens

Buenos Aires. 35 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur in Argentinien dürfen in dem südamerikanischen Land wieder Soldaten im Inneren eingesetzt werden. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Dekret der Regierung sollen die Militärs künftig auch zur Grenzsicherung und Kriminalitätsbekämpfung eingesetzt werden. »Die Streitkräfte müssen sich auf die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts einstellen«, sagte Präsident Mauricio Macri am Dienstag (Ortszeit) vor hohen Generälen (Foto). Zu den neuen Aufgaben der Armee zählten der Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus.

Linke Parteien, Menschenrechtsorganisationen und Verbände der Opfer der Militärdiktatur haben den Erlass scharf kritisiert. In der vergangenen Woche gingen zahlreiche Menschen gegen die Pläne auf die Straße. Von 1976 bis 1983 herrschte in Argentinien eine brutale Militärdiktatur. Nach Schätzungen von Menschenrechtsaktivisten »verschwanden« damals bis zu 30.000 Linke, Gewerkschafter und Studierende. (dpa/jW)

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