Aus: Ausgabe vom 01.08.2018, Seite 2 / Ausland

Weniger Nullen

Venezuelas Präsident Maduro hofft auf Stabilität und bleibt PSUV-Chef

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Gewohnt kämpferisch: Nicolas Maduro

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bleibt Vorsitzender der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV). Der Staatschef wurde am Montag (Ortszeit) in Caracas von den 670 Delegierten des vierten Parteitags einstimmig wiedergewählt, wie der ebenfalls in seinem Amt bestätigte PSUV-Vizechef Diosdado Cabello mitteilte. Maduro habe zudem die Vollmacht erhalten, die nationale Leitung der Partei zu ernennen und die Strukturen so anzupassen, dass sie »auf der Höhe der Anforderungen« sei, so Cabello.

In seiner Rede vor dem Parteitag hatte sich Maduro am Montag zuversichtlich gezeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage des südamerikanischen Landes ab dem 20. August stabilisieren werde. An diesem Tag soll ein Bündel von Wirtschaftsreformen in Kraft treten, das unter anderem eine Währungsumstellung enthält. Diese beinhaltet das Streichen von fünf Nullen der Landeswährung Bolívar. Deren Wert war in den vergangenen Monaten eingebrochen, zuletzt kostete der US-Dollar auf dem Schwarzmarkt 3,5 Millionen Bolívar, nach der Umstellung sollen es dann 3,5 »souveräne Bolívar« sein. Zudem soll der Wert des neuen Geldes an die Anfang 2018 eingeführte Kryptowährung »Petro« gekoppelt sein, die wiederum durch die Erdölreserven Venezuelas abgesichert wird.

Maduro räumte ein, dass die bisherigen Versuche, ein neues Wirtschaftsmodell einzuführen, gescheitert seien. Nun werde es etwa zwei Jahre dauern, bis die »neue ökonomische Prosperität« sichtbar werde, kündigte der Staats- und Parteichef an. Deshalb sei es notwendig, den Schutz der Menschen durch die sozialen Missionen und andere Programme weiterzuentwickeln. Venezuela müsse die Abhängigkeit vom Erdöl überwinden, zugleich aber diese Industrie entwickeln, um »bis 2025 oder früher« sechs Millionen Barrel Erdöl am Tag fördern zu können. Zuletzt waren es Medienberichten zufolge weniger als 1,5 Millionen gewesen.

An die Mitglieder seiner Partei gerichtet forderte er, sich nicht damit zu begnügen, die von den USA gegen Venezuela verhängten Wirtschaftssanktionen zu beklagen. »Es liegt an uns, zu produzieren und Venezuela zu einer produktiven Wirtschaftsmacht zu entwickeln, mit Blockade oder ohne Blockade.« Bereits zuvor hatte Maduro auch Verstaatlichungen nicht ausgeschlossen, »wie sie von der Kommunistischen Partei gefordert werden«. (Xinhua/jW)


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  • E. Rasmus: Zehnmal mehr Maduro und dem venezolanischen Volk sind nur viel Glück, Einigkeit und Mut für den weiteren Weg zu wünschen, auch dass die Währungsreform hält, was sie verspricht. Allerdings ist der Kurs von derzeit...

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