• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 28.07.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Scampisalat mit Rucola und Melone

Von Ina Bösecke

»Hat mich denn niemand lieb?« fragt sich Sid, das Faultier. Seine Familie hat sich nachts klammheimlich weggeschlichen, er muss sich nun allein auf die Reise in den Süden begeben, um dem anstehenden Winter zu entkommen. Es ist eine Frage, die sich in dem animierten Familienfilm »Ice Age« (USA 2002) der Regisseure Chris Wedge und Carlos Saldanha alle Protagonisten stellen könnten, denn alle haben Verlusterfahrungen mit ihren Verwandten machen müssen. Sid also wurde von seiner Familie im Stich gelassen, das Mammut Manni hingegen verlor seine Eltern, weil Menschen sie mit Speeren und Steinen in den Tod trieben. Und Diego, der Säbelzahntiger, kennt von den Kollegen aus seinem Rudel eigentlich nur Habgier, Missgunst und Konkurrenzverhalten. Aber auch Säbelzahntiger brauchen ab und zu ein bisschen Zuneigung.

Sid, Manni und Diego bilden für eine gewisse Zeit eine Schicksalsgemeinschaft, eine Herde, wie Manni einmal sagt, allerdings mit selbst ausgewählten Mitgliedern. Dabei fängt alles erst einmal schwierig an. Sid muss vor zwei Nashörnern fliehen, denen er den letzten Löwenzahn weggefressen hat, und trifft dabei auf Manni, den er um Schutz anfleht. Das Mammut ist mürrisch und abweisend, aber das Faultier lässt sich nicht abschütteln. Später begegnen sie einer Frau, die ihnen erschöpft ihr Baby vor die Füße legt, bevor sie stirbt. Sid überredet Manni, das Baby zu den Menschen zurückzubringen. Gefahr droht von einem Rudel Säbelzahntiger, das den Säugling fressen will. Diego soll Faultier und Mammut seine Hilfe als Wegführer anbieten und die beiden in eine Falle locken. Aber auf dem Weg durch die Eislandschaft wachsen die drei ungleichen Tiere zu einer echten Gemeinschaft zusammen, die füreinander einsteht.

Die Tiere, die mit den Menschen bislang keine guten Erfahrungen gemacht haben, bringen den Säugling zurück zu seinem Vater und dessen Sippe. Eine selbstlose und großherzige Aktion, von der die Menschen etwas lernten könnten. Aber das Kind ist wirklich knuffig und süß und weckt die Hoffnung auf ein zukünftiges friedliches Miteinander. Der Säugling ist das einzige Wesen in dem Film, das durchgehend Liebe erfährt – von den Eltern und von den Tieren. Es muss sich die Frage »Hat mich denn niemand lieb?« also nicht stellen. Zu essen bekommt das Kind auch etwas, nämlich Wassermelone.

Scampisalat mit Rucola und Wassermelone: In einem Topf Wasser zum Kochen bringen. 350 g Scampi darin zwei bis fünf Minuten durchgaren. Abgießen, auslösen, beiseite stellen. Vier Tomaten (geschält, entkernt und grob gehackt) mit dem Saft einer halben Zitrone und dem Saft einer halben Grapefruit sowie einem Spritzer Tabasco in eine Küchenmaschine geben, mit Salz und Pfeffer würzen, zu Püree verarbeiten. Dieses in eine Schüssel geben, nach und nach vier EL Olivenöl unterrühren. Mit einem Melonen- oder Teelöffel ca. 40 kleine Kugeln aus einer halben Melone (entkernt) ausstechen. Vier frische Feigen (geschält) mit einem angefeuchteten Messer vierteln. Alles mit einem Bund Rucola vermischen und servieren.

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