Online spezial

27.06.2018, 16:20:46 / Inland

G-20-Soko in Aktion

Sonderkommission der Hamburger Polizei führte Durchsuchungen und Verhaftungen durch

Von Peter Schaber
Knüppel frei gegen Demonstranten in Hamburg (7.7.2017). Den Prot
Knüppel frei gegen Demonstranten in Hamburg (7.7.2017). Den Protesten gegen den G-20-Gipfel wurde mit massiver polizeilicher Repression begegnet

Die »Soko Schwarzer Block« der Hamburger Polizei schlug heute in mehreren Bundesländern zu. In Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg wurden Objekte durchsucht und sechs Personen verhaftet. Im Fokus der Ermittlungen stehen vier Jugendliche und junge Männer aus Frankfurt und Offenbach, die während der Gegenveranstaltungen zum G-20-Gipfel Anfang Juli 2017 in Hamburg schwere Straftaten begangen haben sollen.

Die Verhaftung der vier jungen Männer sei »herausragend«, heißt es in der Pressemitteilung der Behörden. In einem der Haftbefehle, der dieser Zeitung vorliegt, ist von der »Bildung einer kriminellen Vereinigung« die Rede. Das Dokument weist zudem eine lange Reihe militanter Aktionen aus, die während einer unangemeldeten Demonstration am frühen Morgen des 7. Juli 2017 in der Hamburger Elbchaussee stattgefunden haben sollen. Allerdings: Bislang basiert der Vorwurf allein auf der angeblichen Teilnahme an dieser Demo, konkrete Straftaten werden zumindest im Haftbefehl den Beschuldigten nicht zugeordnet.

Die Ermittlungsarbeit der Hamburger Sonderkommission war in der Vergangenheit häufig Gegenstand öffentlicher Kritik. Die Beamten operierten mit fragwürdigen Methoden. Die umfangreiche Veröffentlichung von Fahndungsbildern angeblicher Straftäter wurde zur Basis einer von rechten Medien betriebenen regelrechten Hetzjagd auf die polizeilich zum Abschuss freigegebenen »Chaoten«. Gleichwohl blieben Erfolge aus. Verfahren platzten, die Beweisgrundlage für Anklagen blieb meist dürftig. Zahlreiche gut dokumentierte Straftaten von Polizisten gegen Demonstranten während des G-20-Gipfels verfolgten die Behörden nicht.

Eine ausführliche Berichterstattung folgt.

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Mehr aus: Inland
  • Kongress für »wehrhafte Demokratie« in Berlin. Geheimtreffen bei Seehofer geplant
    Arnold Schölzel
  • Seit 150 Jahren produziert Unifranck in Ludwigsburg Caro-Kaffee. Eigentümer Nestlé will die Fabrik nun schließen. Gespräch mit Hartmut Zacher
    Gitta Düperthal
  • NSU-Prozess: Letztes Wort der Angeklagten steht bevor – vier wollen sich äußern. Brisante Zeugenaussage zu Anschlag in Nürnberg bekanntgeworden
    Claudia Wangerin
  • Berlin: Für Volksinitiative gegen »Schulbauoffensive« des Senats fehlen noch 5.000 Unterschriften
    Carmela Negrete
  • Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 um 35 Cent. DGB zündet Nebelkerzen, Linkspartei zeigt sich kritisch
    Nico Popp
  • EU-Fördermittelbudget steht im Mittelpunkt des heute in Wiesbaden beginnenden Bauerntages