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Angeklagter gesteht Attacke gegen Israeli

Berlin. Rund zwei Monate nach der Attacke gegen einen Israeli in Berlin hat ein junger Syrer die Tat vor Gericht gestanden. Zum Auftakt des Prozesses am Amtsgericht Tiergarten räumte er am Dienstag ein, den Angegriffenen mit einem Gürtel geschlagen zu haben. Die Kippa des Opfers – diese Kopfbedeckung wird von gläubigen jüdischen Männern getragen – habe er aber erst zum Schluss gesehen, sagte der 19jährige. Er bereue die Tat. Zugleich betonte er, er habe sich im Recht gefühlt, da er zuerst beschimpft und beleidigt worden sei.

Richter Günter Räcke gab bekannt, dass der Prozess am 25. Juni fortgesetzt werden soll. Dem Angeklagten werden gefährliche Körperverletzung und Beleidigung zur Last gelegt. Laut Anklage wurden der Israeli sowie ein Deutschmarokkaner, der ebenfalls eine Kippa trug, am 17. April antisemitisch beschimpft, der Israeli mit einem Gürtel mindestens zehnmal geschlagen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.06.2018, Seite 4, Inland

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